Home » Allgemein » Der ideale Buchtitel – aus der Sicht des Lesers

Claudia Dieterle hat einen Beitrag zu der Blogparade des XinXii-Verlags „Wie ist dein Buchtitel entstanden“ geschrieben. In der Blogparade wird gefragt, wie ein Autor den optimalen Titel für sein Buch findet. Das ist eine ungeheuer spannende Frage und ich hoffe, dass sich möglichst viele Autoren beteiligen.

Durch diese Blogparade inspiriert habe ich mir die Frage gestellt, was erwarte ich als Leserin denn von einem Buchtitel? Beeinflusst er meine Kaufentscheidung?

Mal vorausgesetzt, dass mir das Buch nicht von jemandem empfohlen worden ist, sind der Titel und das Cover meine ersten Berührungspunkte mit dem Buch. Daher sind sie extrem wichtig. Ich persönlich achte mehr auf den Titel als auf das Cover. Aber mit einem ausgefallenen Cover kann ein Buch natürlich auffallen, so dass ich überhaupt erst den Titel lese.

Wie muss nun ein Titel aussehen, der mich ansprechen soll?

Das kommt auf das Genre an.

Sachbuch:
Bei einem Sachbuch erwarte ich echte Information über den Inhalt. Diese Information sollte auch möglichst präzise sein. Heißt der Titel z. B. einfach „Wordpress“, finde ich ihn zu unpräzise. Er sagt nichts darüber aus, ob es um die Installation und erste Schritte der Blogerstellung geht oder vielleicht um die Möglichkeiten selber programmierend in das CMS einzugreifen. Diese Information werde ich zwar wahrscheinlich im Inhaltsverzeichnis finden, schöner wäre es aber, wenn der Titel direkt sagt, an wen das Buch sich richtet. Also z. B. „Wordpress für Einsteiger“ oder „Für WordPress programmieren“.

Krimis, Romane, Fantasy, usw.
Hier darf es natürlich etwas fantasievoller sein 🙂 Vielleicht auch ein bisschen geheimnisvoll. Auf jeden Fall sollte der Titel auch wirklich etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun haben, sonst fühle ich mich als Leserin betrogen. Einerseits soll der Titel mich neugierig machen, andererseits darf er aber auch nicht zu viel verraten. Also gar keine so leichte Aufgabe.

Ein Negativbeispiel wäre z. B. der Fantasy-Roman „Roter Mond“. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, aber wenn mir der Verlag nicht den Vorankündigungstext geschickt hätte, also rein vom Titel her, hätte ich es nie gelesen. Dazu ist der Titel für mich einfach zu wenig aussagekräftig. Das Buch wäre von mir einfach übersehen worden.

Habe ich ein Buch schon mal nur auf Grund des Titel gekauft? Nein, nicht dass ich mich erinnern könnte. Aber der Titel sorgt dafür, dass ich mir das Cover genauer ansehe und den Klappentext lese.
Erst wenn alle drei mein Interesse wecken, kaufe ich ein Buch.

Und wie sieht das bei euch aus? Was ist euch wichtiger – der Titel oder das Cover? Lest ihr immer den Klappentext?

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

11 Replies to “Der ideale Buchtitel – aus der Sicht des Lesers”

  1. Luna sagt:

    Hallo Ann-Bettina
    Dann oute ich mich mal:
    Ich bin ein Cover-Käufer 🙂
    Entweder kaufe ich das Buch, weil ich vom Autor schon mehrere Bücher gelesen habe, es mir empfohlen wurde oder weil mir das Cover gefällt. Erst danach schaue ich auf den Titel und den Preis, aber eigentlich nie auf den Klappentext.
    Schon schade, da gibt sich der Autor Mühe ihn zu schreiben und ich schaue nicht hin … 😉
    Nach Bewertungen im Onlinehandel richte ich mich auch nicht.

    Gruß
    Luna

    1. Hallo Luna,
      bei Autoren, von denen ich schon andere Bücher gelesen habe, bin ich auch nicht so kritisch. Den Klappentext lese ich eigentlich immer bevor ich mir ein Buch kaufe.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

      1. Luna sagt:

        Isch abö ga kain Klappntäxt … 😉

        Aber mein Buch gibt es ja auch nicht im Buchhandel 🙂

  2. Max sagt:

    Also mir sind der Titel und das Cover eines Buches schon wichtig. Zumindest kann mich beides tendenziell abschrecken, wenn mir mindestens eines von beidem überhaupt nicht zusagt.

    Und trotzdem versuche ich immer im Kopf zu behalten: „Don’t judge a book by its cover“!

    1. Hallo Max,
      ein langweiliges Cover und ein nichtssagender Titel sind sicher nicht verkaufsfördernd. Mich spricht ein guter Titel eher an als ein schönes Cover. Das ist aber sicher nicht bei allen Leuten so.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

  3. Hallo Ann-Bettina,
    ein schöner Artikel und danke für die Erwähnung. Das ist richtig, dass es beim Buchtitel auf das Genre ankommt und der Titel neugierig machen und treffend sein muss.
    Aber das Cover finde ich trotzdem wichtig. Egal, ob ich nun im Buchladen oder im Internet nach einem Buch über ein bestimmtes Thema suche, ein weißes Buch mit schwarzem Titel sticht weniger ins Auge als ein optisch ansprechendes Cover mit gutem Titelbild.
    Auch bei einer Empfehlung würde ich trotzdem immer den Klappentext lesen und einen Blick ins Buch werfen, bevor ich es kaufe, da der Geschmack doch recht unterschiedlich sein kann.
    Viele Grüße
    Claudia

    1. Hallo Claudia,
      vielen Dank für das Lob. Das freut natürlich immer 🙂
      Zwar würde ein schwarzer Titel auf einem weißen Cover als so eine Art „Anti-Cover“ sicher auffallen, ob er allerdings zum Kauf verleiten würde, wage ich auch zu bezweifeln. Idealerweise sollten Titel und Cover eine neugierig machende Einheit bilden.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

  4. Selina sagt:

    Hallo Ann-Bettina!

    Ich finde dieses Thema auch sehr spannend – vor allem, da ich selbst gerne Kurzgeschichten schreibe, und ich oft Ewigkeiten zum Finden eines passenden Titels brauche. Deshalb schreibe ich auch immer vorher den eigentlichen Text, und suche erst zum Schluss den Titel dazu – sonst würde ich wahrscheinlich nie so richtig ins Schreiben kommen, mit solchen Anfangsschwierigkeiten. 😀
    Für mich ist eindeutig der Buchtitel das Wichtigste. Das Cover ist eher nebensächlich, also rein aufgrund eines auffallenden Designs würde ich nie ein Buch kaufen. Meiner Meinung nach darf der perfekte Buchtitel nicht zu viel verraten, soll aber unbedingt die Neugier des Lesers wecken. Er soll neuartig sein, keiner dieser 0-8-15 Titel die unter der breiten Masse untergehen. Kreativ und individuell muss er sein, einfach anders – das ist für mich der ideale Buchtitel. 🙂

    1. Hallo Selina,
      du bist ja noch anspruchsvoller als ich 🙂
      Klar ist es schön, wenn der Titel auch noch originell oder witzig ist. Aber das ist natürlich extrem schwer. Und da besteht dann auch die Gefahr, dass man es übertreibt und der Leser sich nichts mehr darunter vorstellen kann.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

  5. Hans sagt:

    Hallo Ann-Bettina,

    ein sehr schöner Artikel. Mir persönlich geht es auch so beim Kauf eines (E) Buchs. Der Titel sollte mich neugierig machen, damit ich mir ansehe, um was es geht. Ich gestehe, dass ein guter Titel auf einem schlechten Cover mich eher nicht zum Kauf veranlassen, es sei denn, man hätte es mir empfohlen, und ich würde mich darauf verlassen, dass inhaltlich alles top ist. Auch wenn natürlich der Inhalt zählt, denke ich, dass ich nicht alleine bin, der sich auch ein klein wenig vom Äußeren leiten lässt.
    Danke für Deine Einblicke ins Thema.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende. Hans

    1. Hallo Hans,
      freut mich, dass dir mein Artikel gefällt. Ich finde das Thema so spannend, weil ein Buch, dass einem nicht empfohlen wurde und dessen Autor man nicht kennt, ja nur über Titel und Cover die Möglichkeit hat, einem aufzufallen. Es werden ja so viele Bücher veröffentlicht, dass man gar nicht bei allen noch den Klappentext lesen kann.
      Auch dir ein schönes Wochenende
      Ann-Bettina

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