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Bildung

Diese Frage stellt der Blog „lecturio“ in seiner Blogparade, die noch bis 30.6.2014 läuft.

Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich erst mal definieren, was ich überhaupt unter Bildung verstehe. Schulbildung, Berufsausbildung, Studium? Ja, natürlich, diese Dinge sind in unserer Zeit extrem wichtig. Weiterbildung? Auch die wird immer wichtiger. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass dies nicht alles ist. Trotz abgeschlossenem Studium habe ich viele Dinge mehr informell gelernt, sei es aus persönlichem Interesse oder weil die Umstände es erforderten.

Wie beeinflusst Bildung unser Berufsleben?

Ein möglichst guter und hoher Schulabschluss ist heute die Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben. In dieser Hinsicht hat sich eine Art Hackordnung herausgebildet. Der Einser-Abiturient kann sich aussuchen was er studieren oder welche Berufsausbildung er machen möchte. Ein Abiturient mit einer schlechteren Note kann immer noch studieren, nur eben nicht alles, zumindest nicht ohne Wartezeiten. Entscheidet er sich für eine Berufsausbildung hat er eine große Auswahl. Jemand, der „nur“ einen Realschulabschluss hat, kann erst mal nicht studieren. Es stehen ihm auch nicht alle Ausbildungsberufe offen, da bei vielen heute schon Abitur verlangt wird. Bei den Berufen, die er theoretisch ergreifen könnte, steht er in Konkurrenz zu Abiturienten und wird hier oft den Kürzeren ziehen. Sehr eingeschränkt sind die Wahlmöglichkeiten bei Hauptschülern. Für sie kommen von vorne herein nur eine begrenzte Anzahl von Ausbildungsberufen in Frage, bei denen sie auch noch mit der Konkurrenz der Realschüler und Abiturienten zu kämpfen haben. Ziemlich aussichtslos ist die Lage der Sonderschüler. Sie stehen in dieser Hackordnung ganz unten und können nur in seltenen Fällen eine Ausbildung machen.

Ob dies Alles so gut und richtig ist, kann man bezweifeln, ändern eher nicht. Und wie sieht es mit dem weiteren Berufsleben aus? Jemand, der einen Beruf erlernen oder ein Fach studieren konnte, das seinen Interessen entspricht, wird der Beruf lieber ausüben und erfolgreicher sein, als jemand, der sich für eine Notlösung entschieden hat. Die Arbeitslosenstatistiken zeigen, dass Akademiker seltener von lang anhaltender Arbeitslosigkeit betroffen sind, als Facharbeiter oder Handwerker. Wer keine Berufsausbildung hat, hat heute nur noch sehr geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Dies alles zeigt, dass die Grundlage für den beruflichen Erfolg meist schon in der Schule gelegt wird. Es gibt zwar die Möglichkeit auf dem zweiten Bildungsweg Schulabschlüsse nachzumachen oder auch ohne Abitur zu studieren. Das ist aber für den Betreffenden sehr aufwändig und anschließend hat er das Problem, dass er wesentlich älter ist als seine Mitbewerber. In unserer auf Jugendlichkeit getrimmten Arbeitswelt kein kleines Manko.

Muss man studiert haben, um viel Geld zu verdienen? Nein, absolut nicht. Es gibt eine große Zahl von Selbständigen, nicht nur im Handwerk, die wesentlich besser verdienen als angestellte Akademiker.

Neben den formalen Schul- und Berufsabschlüssen ist es heute extrem wichtig, dass man gelernt hat, wie man lernt. Die berufliche Umwelt ändert sich heute so schnell, dass sich eigentlich niemand auf dem einmal Gelernten ausruhen kann. Oft muss man sich im erlernten Beruf weiterbilden. In manchen Fällen ist auch eine vollkommene Neuorientierung erforderlich, weil der einmal erlernte Beruf von der technischen Entwicklung überflüssig gemacht worden ist.

Hier ist noch ein Artikel, der sich mit dem Wert von Hochschulabschlüssen beschäftigt. Was sagt ihr zu dieser These? Tatsache oder reaktionäre Propaganda?

Wie beeinflusst die Bildung unser Privatleben?

Auch auf das Privatleben hat Bildung einen großen Einfluss. Lebenspartner und Freunde stammen meist aus demselben Bildungsmilieu. Das ist ja auch ganz natürlich, da man die meisten Leuten durch Schule, Ausbildung, Studium und Arbeit kennenlernt. Durch Vereine oder politische Arbeit kann man zwar auch in Kontakt zu Leuten aus anderen Bildungsschichten kommen, das dürfte aber eher die Ausnahme sein.

Darüber hinaus bestimmt der berufliche Status natürlich über das zur Verfügung stehende Einkommen. Es sei denn, man gehört zu den Glücklichen, die eine größere Erbschaft gemacht haben:-) Das Einkommen bestimmt aber darüber wie und wo man wohnt.

Auch auf das tägliche Leben hat Bildung einen großen Einfluss. Wie oft muss man sich durch Formulare, seitenlange Vertragsbedingungen u. ä. lesen. Wer diese Texte kaum lesen kann oder nicht versteht, ist ganz klar im Nachteil. Oder wer nicht über die nötigen Mathematik-Kenntnisse verfügt, um Handy-Verträge oder Kreditangebote vergleichen zu können, wird auch hier benachteiligt.

Und wie seht ihr das? Wird zu viel Wert auf Bildung gelegt? Oder müsste jeder einzelne noch mehr in seine Bildung investieren?

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

5 Replies to “Wie beeinflusst Bildung unser Leben?”

  1. Renate sagt:

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, die Bildung, die ich brauche, kann ich mir selber besorgen. Aus persönlichem Interesse und nicht, weil irgendwelche Pädagogen meinen, das (oft unnütze) Wissen sei relevant für mich.
    Der abgenutzte Begriff „Herzensbildung“ spielt meiner Meinung nach auch eine sehr große Rolle, und einige Menschen, die ich kenne, und die teilweise mehrere Studien absolviert haben, wissen zwar ne Menge, sozial aber sind sie völlig imkompetent.
    Bildung ist eine gute Sache, aber nur wenn sie in einem sozialen Gesamtzusammenhang eine Rolle spielt.

  2. Hallo Ann-Bettina,
    vielen Dank für diesen schönen Artikel der einerseits beschreibt´, das Bildung ein sozialer Faktor ist und weitreichende Folgen nachsich zieht.

    Ich werde wohl dazu auch einen Artikel schreiben müssen. Zu sehr brennt mir das Thema unter den Fingern und zu ungerecht läuft es in der Welt ab.
    Aber das war ja schon immer so.

    Die Frage ist, ob sich die Welt so weiter entwickelt hätte wenn sich darum gekümmert worden wäre, das alle die gleiche Bildung bekommen und somit kein Ungleichgewicht entsteht.

    Ok, nicht jeder kann alles wissen oder verstehen. So weit so gut die biologische Voraussetzung.

    Doch rechtfertigt es den Umgang mit den „unwissenden“ Menschen?

    Viel getan für eine Änderung wird jedenfalls nicht. Viel geredet und versprochen – so wie immer – am Ende passiert so gut wie nichts und das wird verkauft wie eine riesen Leistung …

    Wie auch immer.
    LG Timm

    1. Hallo Timm,
      die Menschen sind zwar unterschiedlich, so dass nicht jeder z. B. ein Studium schaffen würde. Das wäre ja auch vollkommen unsinnig. Aber jeder sollte die Möglichkeit haben das Beste aus seinen Fähigkeiten zu machen. Das ist leider noch lange nicht so. Der Schulerfolg und auch die Berufswahl sind noch immer stark vom sozialen Status der Eltern abhängig. Das ist natürlich höchst ungerecht.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

      1. Sag ich doch. 🙂 🙂
        Immer wird gesagt, jeder soll die Möglichkeit bekommen aber in Wirklichkeit wird nicht viel dafür getan.
        LG Timm

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