Home » Allgemein » Blogparaden » Mein Beitrag zur Blogparade „3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit“

3. Oktober - Tag der Deutschen Einheit

Alexander Liebrecht von internetblogger.de hat zu einer Blogparade anlässlich des 3. Oktobers aufgerufen. Da mir diese Idee gefällt, beteilige ich mich gerne daran. Alexander hat sich auch ein paar Fragen für uns ausgedacht. Das macht die Sache etwas einfacher 🙂
Die Blogparade läuft noch bis zum 23.10.14 – du kannst dich also noch daran beteiligen.

Hier sind meine Antworten zu Alexanders Fragen.

1. Habt ihr es damals miterlebt, vll. sogar live, wie die Mauer gefallen war und wie die Menschenmassen in den Westen strömten?
Live in Berlin habe ich es nicht miterlebt. Aber natürlich habe ich es im Fernsehen gesehen. Auch wenn ich normalerweise eine Fernsehgegnerin bin, das wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen 🙂 Das war ein so total unerwartetes, unglaubliches Erlebnis – das musste man einfach selber sehen.

2. Was fällt euch alles zum Mauerfall ein?
Ich weiß noch, dass ich morgens auf dem Weg zur Arbeit im Autoradio zum ersten Mal davon gehört habe. Ich konnte es erst gar nicht glauben. Diese jahrzehntelang bestehende, brutale Grenze, an der Menschen umgekommen waren, sollte plötzlich, von einem Tag auf den anderen, einfach so, nicht mehr da sein. Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu verstehen.
Dann habe ich mich gewundert, wie locker die westdeutschen Politiker die Vereinigung verkündet haben, so als wäre es überhaupt kein Problem aus einem sozialistischen und einem kapitalistischen Staat mal eben einen Staat zu machen. Dass das dann alles doch nicht so einfach war, hat sich ja leider gezeigt.

3. War DDR besser als das heutige einheitliche Deutschland? Was war besser und was schlechter?
Da ich nie in der DDR gelebt habe, bin ich vielleicht nicht die richtige Person, um diese Frage zu beantworten. Aus meiner Sicht war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der DDR besser, da die Kinderbetreuung besser ausgebaut und berufstätige Frauen eher als normal angesehen waren. Ebenso wurden Frauen in „Männerberufen“ eher akzeptiert. Schlechter war natürlich die fehlende persönliche Freiheit und die ständige Überwachung des Einzelnen durch den Staat. Auch die Versorgung mit Konsumgütern war sicher schlechter.

4. Was macht ihr regulär am dritten Oktober(geht ihr in die Kneipe mit Freunden und verbringt den Tag lieber zuhause oder bloggt gar fleissig?)
Ich verbringe diesen Tag zu Hause.

5. Seid ihr Ossis oder Wessis? Oder ist es euch gleich?
Heute dürften die Begriffe „Ossi“ und „Wessi“ wohl, außer für ein paar alte Leute, keine große Bedeutung mehr haben. Nach 25 Jahren sollte sich die anfängliche Fremdheit abgebaut haben.

6. Und euer Fazit?!
So erfreulich die Wiedervereinigung an sich war, sind bei ihrer Umsetzung doch eine Menge Fehler gemacht worden, die zum Teil heute noch Nachwirkungen zeigen. Man hätte sich wesentlich mehr Zeit lassen und Übergangsregelungen schaffen müssen, statt den neuen Bundesländern von heute auf morgen ein vollkommen fremdes System überzustülpen. Daran haben sich nur ein paar besonders raffinierte Leute, meist aus dem Westen, bereichert. Anschließend ist eine Menge Geld in die östlichen Bundesländer geflossen und dort nicht immer sinnvoll verwendet worden. Das hat zu einer Menge Ärger auf beiden Seiten geführt.
Und heute? Ich denke heute haben sich die beiden Deutschlands wirtschaftlich so weit angepasst, dass es in Ost und West jeweils reiche Gegenden und abgehängte Regionen gibt. Politisch auffällig und sehr bedenklich finde ich, dass rechte Gruppierungen und Parteien im Osten wesentlich mehr Zulauf haben als im Westen.

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf. mail@abs-textandmore.com

18 thoughts on “Mein Beitrag zur Blogparade „3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit“

  1. Myriam sagt:

    Hallo Ann-Bettina, ich habe auch an der Blogparade teilgenommen und lese gerade alle Beiträge durch. Wenn ich es richtig sehe, sind die Vor-Kommentatoren alle in den alten Bundesländern geboren? Also ich komme von der anderen, der „bösen“ Seite. Kleiner Scherz. 😉
    Du hast Recht, bei der Wiedervereinigung ist einiges falsch gelaufen, wirtschaftspolitisch hätte man es besser machen können, aber aus dem Blickwinkel der Politiker war es nicht anders möglich. Die D-Mark hätte nicht so schnell in die DDR kommen dürfen. Aber wie so immer: Politiker denken nur bis zur nächsten Wahl. Leider.
    Ich habe die Fragen beantwortet und zusätzlich auch noch ein wenig die wirtschaftlichen Hintergründe erörtert. Ich würde mich über deine Meinung freuen. LG Myriam

    1. Hallo Myriam,
      du scheinst wirklich die Erste zu sein, die in den neuen Bundesländern geboren wurde. Ich habe gerade deinen interessanten Beitrag gelesen. Hat mir sehr gut gefallen. Ich bin aber nicht sicher, ob mein Kommentar dort angekommen ist.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

      1. Myriam sagt:

        Dein Kommentar ist leider nicht angekommen. Das gleiche Problem hatte ein guter Freund letztens auch, als er kommentieren wollte. Vielleicht hast du noch Zeit und Lust es nocheinmal zu versuchen? Du kannst auch die Option anonym auswählen oder Name und URL.

        Ich bin froh, dass dir mein Text gefallen ist, das ist einer dieser Texte, wo ich vorher sehr unsicher bin, was die Leser wohl darüber denken werden.
        LG myriam

        1. Hallo Myriam,
          habe eben noch mal mit Name + URL versucht auf einem Blog zu kommentieren. Der Kommentar ist aber wieder verschwunden. Das scheint doch ein konstantes technisches Problem zu sein.
          Viele Grüße
          Ann-Bettina

  2. Alex L sagt:

    Hallo zusammen, Ann-Bettina,
    klasse Beitrag hast du hier fabriziert. Ich bin damals 1995 nach Ostdeutschland gekommen, hatte leider den Westen nicht zum Vergleichen, aber konnte mir schon denken, dass es dort anders war.

    Jetzt bin auch froh, dass Deutschland wiedervereint ist und die Menschen fühlen sich im Lande als gleichgesetzte Deutsche und dass es keinen Unterschied mehr macht.

    Lothars Teilnahme lasse ich natürlich gelten. Er hat die Artikelüberschrift beachtet und das ist auch schon was.

    Gibt es eigentlich noch Produkte und Lebensmittel, die es früher gegeben hat. Da muss man wahrscheinlich nach Berlin fahren und nach solchen Läden suchen oder?

    1. Hallo Alex,
      vielen Dank 🙂 Ja, es gibt noch Lebensmittel nach DDR-Art. Wahrscheinlich kann man die sogar im Internet kaufen. Rotkäppchen Sekt hat es sogar in West-Supermärkte geschafft 🙂
      Bei meinen Besuchen in der DDR war ich noch ein Kind. Aber die Unterschiede zur BRD waren schon krass. Für West-Währung bekam man allerdings wohl so ziemlich alles.
      Ist gut, dass die Zeit vorbei ist und vor allem, dass es so friedlich abgelaufen ist.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

      1. Alex L sagt:

        Hi Ann-Bettina,
        ja, das denke ich auch mal, dass man im Internet etwas DDR-mässiges bekommen kann. Es gibt in Berlin irgendwo ein DDR-Museum und da sollte noch ein Trabi stehen, soweit ich mich entsinnen kann.

  3. Thomas sagt:

    Hm, ging mir damals auch so. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, das es diese Grenze auf einmal nicht mehr gibt. Man konnte einfach so nach Berlin fahren, ohne vorher durch das „böse“ Land zu müssen.

    Gott, heute kann man sich das überhaupt nicht mehr vorstellen.

    LG Thomas

    1. Hallo Thomas,
      das waren wirklich aufregende Wochen. Da haben wir echt Geschichte miterlebt 🙂 Ich glaube so eine friedliche Revolution – ist ja eigentlich schon ein Widerspruch in sich – hat es noch nie gegeben. Schön, dass es letztendlich alles gut ausgegangen ist.
      Ein schönes Wochenende
      Ann-Bettina

    2. av100 sagt:

      Ich habe die DDR nie als Böses Land gesehen.
      Als Jugendlicher bin ich fast jedes Wochenende nach westberlin per Anhalter gefahren.

      Ein Großteil meiner Kumpels sind nach westberlin gezogen weil sie nicht zum Bund wollten.

      Es war immer wieder spannend und auch nett sich an der Raststätte mit den DDR Jungs und Mädels zu unterhalten.

      Grüße
      Lothar

      1. Thomas sagt:

        Du hast schon die Anführungszeichen um das „böse“ gesehen?

        Das war doch das, was man uns in den Medien über die Jugend hinweg eingetrichtert hat. So, und nicht anders, war es gemeint.

        LG Thomas

  4. av100 sagt:

    Muss man denn alle Fragen von Alex beantworten?
    War mir jetzt nicht klar das dies die Vorraussetzung für die Teilnahme an der Blogparade war.

    Ich habe mich der Frage gestellt „Was macht ihr am 3ten Oktober??“

    Jetzt ist grad Halbzeitpause bei Fußball 🙂

    Gibt es einen Grund warum Du meinen Kommentar editiert hast?
    Ich hatte doch noch den Link zu meinem Beitrag eingefügt.
    War das nicht erwünscht ?

    Grüße
    Lothar

    1. Links in Kommentaren sind hier nur erwünscht, wenn der verlinkte Beitrag etwas Nützliches zum Thema beiträgt. Das kann man von deinem Artikel ja un wirklich nicht sagen. Daher habe ich den Link gelöscht.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

  5. av100 sagt:

    Ich bin im Westen geboren und dann vor 15 Jahren in den Osten gezogen und heute fühle ich mich als Europäer wenn nicht gar als Erdenmensch.
    Den ganzen pseudopolitischen Fragen von Alex wollte ich mich nicht stellen weil es schon unzählige Male durchgekaut wurde und es mich nicht mehr interessiert.
    Und so habe ich in meinem Beitrag zu Blogparade kurz gebloggt was ich heute so bis jetzt gemacht habe.

    War ja ein sonniger Tag bei uns und viel zu schade den ganzen Tag im Haus zu bleiben.

    Grüße und einen schönen Restfeiertag
    Lothar

    1. Wenn dir die Fragen so zuwider sind, warum nimmst du dann teil? Zwingt dich doch keiner.
      Dir auch noch einen schönen Feiertag
      Ann-Bettina

    2. „Den ganzen pseudopolitischen Fragen von Alex wollte ich mich nicht stellen weil es schon unzählige Male durchgekaut wurde und es mich nicht mehr interessiert.“

      Ich bin bei dir! Gleiches gilt bei mir übrigens auch für andere Tage, egal ob positive oder negative Tage für die deutsche oder nicht-deutsche Geschichte.

      Mich hat sowieso etwas gewundert, daß Alex eine Blogparade zu einem Feiertag startet. Laut seinen eigenen Aussagen ist doch ein Feiertag, egal ob religiös, politisch, privat, … sowieso nichts anderes für ihn als ein freier Tag, an dem er sich in seinem geliebten Internet tummeln kann.

      1. Da kann ich dir nur dasselbe wie Lothar sagen: Wenn dir das Thema einer Blogparade, aus welchen Gründen auch immer, nicht passt, dann nimm nicht daran teil. Fall erledigt. Auf andere Blogs zu gehen und den Leuten zu erzählen, wie blöd man das Thema der Blogparade findet, ist einfach nur albern und kindisch.

Comments are closed.

Google+ Plus

Du findest mich auch bei:

Kostenloser Newsletter

Nichts mehr verpassen - den kostenlosen Newsletter bestellen. Schicke eine leere Email mit dem Betreff "Newsletter bestellen" an mail@abs-textandmore.com Natürlich kannst du den Newsletter auch jederzeit wieder abbestellen.

Suche

Gefällt dir dieser Blog?

Dann freue ich mich über Links, Likes, Tweets & Co.
Auch Kommentare werden immer gerne genommen :-)