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In den letzten Tagen war das Wetter ausgesprochen scheußlich gewesen. Auch heute war es nicht wirklich schön. Daher ging der Nachmittagsspaziergang heute nicht durch den Wald, sondern nur über geteerte Wirtschaftswege entlang von Wiesen und Feldern. Ace und Hamlet fanden das längst nicht so spannend. Wegen des schlechten Wetters waren auch nicht viele Leute mit Hunden unterwegs. Also eigentlich recht langweilig. Schnüffelnd liefen Ace und Hamlet ein gutes Stück vor ihren Besitzerinnen her. Plötzlich hob Hamlet lauschend den Kopf. Da hatte er doch etwas gehört. Klang wie ein Hilfeschrei eines Menschen, aber sehr leise.
»Ich habe da etwas Merkwürdiges gehört. Komm mit, wir gehen mal nachsehen«, sagte er zu Ace.
Ace hatte eigentlich gar keine Lust dazu. Aber Hamlet war schon vorweg gestürmt. Seinen Kumpel alleine lassen, wollte Ace auch nicht. Also rannte er hinterher. Schon kam von den Besitzerinnen ein: »Ace, Hamlet, hierher.«
Die beiden kümmerten sich aber nicht weiter darum.

Adele war mit den Enkeln unterwegs. Ihre Tochter brauchte einfach mal ein bisschen Ruhe. Ein Dreijähriger und ein Baby sind doch sehr anstrengend. Daher hatte sie das Baby in den Kinderwagen gelegt, seinen Bruder in einen Skianzug gepackt und war mit beiden, trotz des schlechten Wetters losgezogen. Um den dreijährigen Eugen bei Laune zu halten, hatte sie eine Packung seiner Lieblingskekse mitgenommen. Gerade hatte sie Eugen einen Keks gegeben und die Packung in dem Netz des Kinderwagens verstaut, als ein großer Hund angelaufen kam. Zielstrebig lief er auf Eugen zu und wollte ihm den Keks abnehmen. Schreiend lief der Kleine weg, aber der Hund war schneller. Mit einem Sprung riss er Eugen um und schnappte sich den Keks. Adele war vor Schreck wie gelähmt.
»Wo kam denn dieser Hund jetzt her? Wo war der Besitzer?«
Sie ließ den Kinderwagen stehen und ging zu dem heulend am Boden liegenden Eugen.
»Lass dem Hund doch ruhig den Keks«, wollte sie ihn trösten. »Ich gebe dir einen Neuen.«
Adele zog Eugen hoch und wollte mit ihm zum Kinderwagen zurück. Doch in der Zwischenzeit hatte der Hund die Kekspackung im Netz des Wagens entdeckt. Bei seinem Versuch an die Kekse zu kommen, riss er den Kinderwagen um. Adele schrie los. Eugen brüllte und wollte sie wegziehen. Adele versuchte, zum Kinderwagen zu kommen. Aber da stand knurrend der Hund davor.
»Hilfe, Hilfe«, rufend sah Adele sich um. Was sollte sie jetzt nur machen. Wo blieb denn der Hundebesitzer. Dann wäre sie vor Schreck fast in Ohnmacht gefallen. Da kamen auch noch zwei Kampfhunde angerannt. Aber was dann geschah, ließ Adele erst einmal an ihrem Verstand zweifeln.

Hamlet kam wie eine Rakete angeschossen und traf den großen Hund mit seiner Schnauze am Hals. Der taumelte benommen zurück. Ace hatte sie jetzt auch erreicht. Er stellte sich schützend zwischen den Kinderwagen und den Hund und knurrte warnend. Als sich der große Hund wieder aufgerappelt hatte, wurde er von Ace und Hamlet zurückgetrieben. Adele stand starr vor Schreck, den heulenden Eugen an sich gedrückt, immer noch auf demselben Fleck.
Die Besitzerinnen von Ace und Hamlet hatten das Gebell gehört und waren ihren Hunden hinterher gelaufen. Erst als Adele eine Frauenstimme rufen hörte: »Was ist denn hier passiert?«, löste sie sich aus der Starre. Eugen hinter sich her ziehend, ging sie zum Kinderwagen und nahm das weinende Baby auf. Jetzt waren auch die beiden Frauen herangekommen. Dem großen Hund wurde das jetzt alles zu viel. Er rannte weg. Hamlet wollte hinter ihm her, wurde aber zurückgerufen. Zusammen stellten die Frauen den Kinderwagen wieder auf und legten das Baby zurück. Es schien nicht weiter verletzt zu sein.
»Das hätte ich ja nie geglaubt«, sagte Adele zu den beiden Frauen, »dass uns eines Tagens Kampfhunde gegen einen anderen Hund beschützen würden. Ich hatte mir die auch viel größer vorgestellt.«
»Miniatur-Bullterrier sind keine Kampfhunde«, sagte Ace Besitzerin genervt.
Inzwischen hatte Eugen sich zu Ace und Hamlet runtergebeugt und streichelte die beiden. Die ließen sich das gerne gefallen und wurden von ihren Besitzerinnen mit Leckerlis belohnt.

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Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf. mail@abs-textandmore.com
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