Home » Interviews » Interview mit Bernd Badura

Ich freue mich, heute ‚Bernd Badura zum Interview in der ABS-Lese-Ecke begrüßen zu können.
Bernd Badura schreibt Fantasie-Romane oder Märchen für Erwachsene. Er hat gerade sein zweites Buch Werke eines großen Meisters, einen Kurzgeschichtenerzählroman, als Taschenbuch herausgebracht.

Guten Tag, Bernd Badura.
Hallo Ann-Bettina, ich freue mich schon deine Fragen beantworten zu dürfen.

Wenn man auf deinen Blog kommt, fühlt man sich direkt in eine andere Welt versetzt. Auch die Klappentexte zu deinen Büchern unterscheiden sich wohltuend vom Üblichen. Sie stimmen wirklich auf die Bücher ein und machen neugierig. Wie bist du darauf gekommen, so zu schreiben?
Schön, dass dir mein Schreibstil gefällt, dann hat sich ja die Mühe und Liebe gelohnt, die ich in meine Worte stecke. 😉
Weißt du, ich mag es nicht unbedingt, wenn Texte Mittel zum Zweck sind, anstatt selbst zu atmen. Belletristik ist eben kein Journalismus, hier darf Sprache mehr sein als nur Informationsträger. Klar reicht es, eine Geschichte mit mit blanken Worten zu erzählen, aber das geschriebene Wort hat doch seinen eigenen Charme und Charakter und trägt mit diesem zum Charakter der ganzen Geschichte bei. Deshalb versuche ich die Leser auch mit der Sprache zu packen, indem ich sie in ein zur Geschichte passenden Gewand hülle. Und da ich meistens einen eher märchenhaften Stil pflege, benutze ich öfters eine Ausdrucksweise, die teils leicht mittelalterlich angehaucht ist, oder sich Vorbilder aus dem Viktorianischen oder der Gründerzeit (wie Mark Twain oder Charles Dickens – mit ihren üppigen, manchmal schon ausschweifenden Sprachgebrauch und den reichhaltigen Beschreibungen) sucht. Und das findet sich eben auch in meinen allgemeinen Texten wieder.

Kannst Du uns kurz erzählen, um was es in deinem Buch „Werke eines großen Meisters“ geht?
Aber mit dem größten Vergnügen!
Bei „Werke eines großen Meisters“ habe ich mich an einem Kurzgeschichtenerzählroman versucht. Die Rahmenhandlung dreht sich um Schapo Klack, einem Bibliothekar aus der Traumwelt, der von Morpheus auf eine Abenteuerreise in die Welt der Realität geschickt wird. Morpheus hat mit großer Sorge bemerkt, dass etwas das Geflecht – welches schon seit Äonen zwischen dem Traumreich und der Welt der Realität gesponnen wird – beeinflusst, vielleicht sogar aus dem Gleichgewicht gebracht, hat. Es ist nun an dem hageren und äußerst verträumten Bibliothekar aus der Traumwelt, Schapo Klack, herauszufinden was denn nun in der Realität anders ist als zuvor. Während der ungeschickte Traumweltler also in der Realität von einem skurrilen Abenteuer zum nächsten „torkelt“, hat er ein Buch im Gepäck, dass sich „Werke eines großen Meisters“ nennt und in dem sich zufällig die Geschichte eines gewissen Schapo Klacks findet. Aber Schapo liest nicht etwa seine eigenen Geschichte, die will er viel lieber selber erleben. Er vertieft sich vielmehr in die vielen Kurzgeschichten und Gedichte des Buches und wird so, ohne es zu merken, wie an einem roten Faden zu einem spektakulären und verrückten Showdown gezogen, der sicherlich für viele Leser sehr überraschend ausfallen dürfte.

Deine Meisterwerke haben sehr gute, total begeisterte Rezensionen bekommen, z. B. auf Bibliofeles und auf RuhrStadtRegion. Macht sich das auch in Verkaufszahlen bemerkbar? Oder ist das wieder ein Fall von „die Kritiker sind begeistert, das Buch bleibt im Laden liegen“?
Die Rezensionen sind wirklich wahnsinnig schön. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Freude ich den Leuten mit meinem Buch bereite. Ein wirklich wunderschönes Gefühl, allein dafür hat sich die ganze Arbeit eigentlich schon gelohnt.

Was die Verkaufszahlen angeht, so liegt die Wahrheit – wie so oft – irgendwo dazwischen. Noch bin ich ja Selfpublisher, auch wenn „Werke eines großen Meisters“ wohl schon recht bald im Traumstundenverlag im neuen Glanz erstrahlen wird.
Und dafür, dass ich Selfpublisher bin, verkauft sich mein Buch wirklich gut. Immerhin stand es schon – wenn auch nur für kurze Zeit – in den Amazonbestsellerlisten vor Terry Pratchett. (Also pass auf Terry, du kriegst Konkurrenz! ;))

Vor den „Meisterwerken“ ist dein Buch „Finstermond und Sternenglanz“ erschienen. Auch das ist eine Sammlung von Kurzgeschichten zum Träumen und Nachdenken. Das ist ja nun nicht unbedingt Mainstream-Literatur. Trotzdem sind deine beiden Bücher mittlerweile sowohl als eBook als auch als Taschenbuch zu haben. Wie hast du es geschafft, einen Verlag zu finden?
Naja, noch bin ich – wie gesagt – Selfpublisher. Die E-Books habe ich also selbst formatiert und in Eigenregie auf die Downloadportale gepackt. Bei „Finstermond und Sternenglanz“, muss ich allerdings zugeben, dass ich noch recht unerfahren war und es auch noch nicht so viele Tools zum Formatieren gab, so dass ich dieses Buch wohl nochmals neu formatieren müsste, wenn es nicht von meinem Verlag übernommen wird

Du bist ja auf einigen Events vertreten. Machst du das, weil du ein geselliger Mensch bist oder sind das eher Promotion-Aktionen für deine Bücher?
Beides! Solche Events machen – wie man vielleicht auf meiner Homepage erkennen kann – riesigen Spaß. Man lernt viele tolle neue Menschen (vor-allen natürlich Leser und andere Autoren) kennen. Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch sehr stolz auf meine Bücher und präsentiere sie gerne der Öffentlichkeit.

Bekommst du von deinem Verlag Unterstützung bei der Promotion deiner Bücher oder machst du das in Eigenregie?
Bisher habe ich das meiste in Eigenregie gemacht, auch wenn mir meine zukünftige Verlegerin jetzt schon tatkräftig unter die Arme greift. So hat sie es geschafft, dass ich einer der ersten Autoren war, die für die Leipziger Buchmesse 2014 einen Lesetermin bekommen haben. Deshalb – und nicht nur deshalb – bin ich mir sehr sicher, dass ich in ihr einen starken Partner gefunden habe, der mir sehr dabei helfen wird mein Buch an den Leser zu bringen.

Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man schon zu Lebzeiten seine Meisterwerke herausgebracht hat? 🙂
Na, sehr gut natürlich! Ich habe ja nicht nur meine Meisterwerke schon geschrieben, sondern wurde – wie die ganze EU – mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Viel mehr kann man im Leben nicht erreichen, oder? Jetzt heißt es: Sich zurück lehnen und den Lebensabend genießen. 😉

Aber mal ernsthaft: Jeder Autor wird dir bestätigen können, dass so ein Buch auch immer dein eigenes Baby ist, in das man viel Liebe, Mühe und Arbeit gesteckt hat. Deshalb ist es auch ein wunderschöner Moment, wenn man es endlich als fertiges Produkt in den Händen halten kann. Demnächst kommt es ja im Traumstundenverlag – in einem noch schönerem Design – nochmals heraus. So gibt es – neben vielen neuen Verzierungen – 4 neue Zeichnungen von Adrian Koppenhagen, der auch mein Cover so wunderbar umgesetzt hat. Ich bin jetzt schon ganz begeistert vom neuen Design und freue mich riesig auf sein neues Gewand. Es feiert quasi nochmals Geburtstag!

Liest du auch Bücher anderer Autoren? Wenn ja, hast du einen Lieblingsautor oder eine Lieblingsautorin?
Na klar lese ich auch andere Bücher. Meine Lieblingsautoren sind: Terry Pratchett, Neil Gaiman und – allen voran – Michael Ende. Ansonsten habe ich (u. a. Durch die oben beschriebenen Events) viele tolle und sehr begabte Indieautoren kennengelernt. In der Phantastikszene sind das zum Beispiel: Andrea Schneeberger, Anja Bagus, Ina Tomec und wenn man auch für gediegenen Pulp zu haben ist: Tom Daut oder Lars Albrecht.

Wie geht es weiter? Ist schon ein neues Buch in Planung?
Ja, ich habe noch ein paar Bücher in der Schublade. Derzeit habe ich ein Buchprojekt in der Endphase, das ein wenig in Richtung Poetryslam geht. Es wird ein wenig frecher und lustiger sein, aber immer noch ein „typischer Badura“. Danach kehre ich allerdings wieder zu meinem alten Schreibstil zurück, so existiert in meinem Kopf zum Beispiel eine Fortsetzung der Meisterwerke, die nur noch darauf wartet auf Papier gebracht zu werden. „Werke eines großen Meisters“ ist ja bisher das Buch, auf das ich am meisten stolz bin, aber ich glaube mit der Fortsetzung werde ich es nochmal übertreffen.

Welchen Rat würdest du jungen Autoren geben?
Ohje, gerade am Anfang ist der Weg als Autor steinig und schwer. Da hat man nun mit viel Mühe und Liebe sein Buch geschrieben und wie geht es nun weiter? Nun beginnt eigentlich erst der schwierige Teil. Niemand kennt dich als Autor oder dein Buch und täglich erscheinen – alleine in Deutschland – 1.400 Bücher! Gegen die muss man sich erst einmal durchsetzen. Deshalb muss man als Autor auch der erste sein, der an sich und seine Bücher glaubt. Wer es wirklich schaffen will, für den heißt es: Aufgeben gilt nicht! Man muss sich (kleine) erreichbare Ziele setzen, die man nicht aus dem Auge verliert und stetig weiterverfolgt.
Jeder Autor muss da allerdings seinen eigenen Weg finden und sollte sich dabei selbst treu bleiben. Natürlich kann man viel über das Internet (Autorenhomepage, -blog, Facebook, Google+, Twitter) als Verbreitungsmedium erreichen. Lesungen sind auch ein wunderbares Mittel um mit seinen Lesern in Kontakt zu treten und neue Leser zu gewinnen, aber einen goldenen Weg gibt es einfach nicht. Bei der ganzen Promotion sollte man allerdings nicht vergessen, dass das Buch im Mittelpunkt stehen sollte.
Deshalb: Gebt euer Bestes, schreibt mit eurem Herzen und bereichert diese Welt mit Schönheit!

Ich danke dir für das Interview und wünsche die weiterhin viel Erfolg.
Ich habe zu danken und hoffe, dass du noch viel Erfolg mit deinem Blog haben wirst.

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-)
Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen.
Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

2 Replies to “Interview mit Bernd Badura”

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