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Wenn ich mir heute mein Land betrachte, bekomme ich Angst. Nein, nicht vor der »Flüchtlingswelle«. Einzelne Flüchtlinge mögen zwar durchaus auch beängstigend sein, wie die Ereignisse an Sylvester am Kölner Hauptbahnhof gezeigt haben. Schlimm, wenn man da hineingerät. Aber das sind punktuelle Ereignisse, wie eine Massenkarambolage auf der Autobahn. Schrecklich für die Betroffenen. Aber deshalb bekommt man keine generelle Angst vor dem Auto fahren. Obwohl die Wahrscheinlichkeit in so eine Karambolage zu geraten wesentlich größer ist (zumindest für alle, die regelmäßig Autobahn fahren) als von einer Horde »nordafrikanisch aussehender junger Männer« belästigt zu werden.

Auch die Tatsache, dass es Parteien wie AfD oder NPD gibt, bringt mich nicht um den Schlaf. Es gehört zur Demokratie, dass auch Leute eine Partei gründen dürfen, die für mich unakzeptable Ideen vertreten. Solange sie sich dabei im Rahmen der Gesetze bewegen, muss man damit leben können. Parteien dieser Art hat es seit Gründung der Bundesrepublik immer wieder gegeben. Ihr Einfluss war marginal und viele sind auch schnell wieder verschwunden.

Was mir wirklich Angst macht, sind andere Tatsachen:

• Zum einen das allgemeine Klima von Hass und Gewalt.
• Dass in zunehmendem Maße Flüchtlinge angegriffen, Wohnheime oder Notquartiere in Brand gesetzt und selbst Helfer angegriffen werden.
• Rechtsradikale Täter in den seltensten Fällen von der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden.
• Da wird ein Bus mit Flüchtlingen von einem rechten Mob angegriffen und was macht die Polizei? Geht sie gegen die Randalierer vor? Nein! Sie treibt die Flüchtlinge nicht nur mit Gewalt aus dem Bus, sie will ihnen nachträglich auch noch die Schuld an den Vorfällen anhängen! Wenn die Polizei schon mit dem rechten Mob sympathisiert, ist es wirklich 5 vor 12 in Deutschland.
• Dass so viele Menschen Parteien wie die AfD wählen. Wohin das Wählen rechtsradikaler Parteien führt, sollte eigentlich noch bekannt sein. 70 Jahre sind keine so lange Zeit!
• In Deutschland Zustände herrschen, die fatal an die 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern. Damals haben auch viele Leute gesagt: »Das ist doch alles nicht so schlimm. Die meine das doch nicht so. Ist doch nur Wahlkampfgerede.«
Das Ergebnis sah dann so aus.

zerstörtes-haus

Wollen wir da wirklich wieder hin? Das ist es, was mir Angst macht!

Dies ist mein Beitrag zu der Blogparade »Schreiben gegen Rechts«
Anna Schmidt hat auf ihrem Blog »bunt und farbenfroh« zu dieser Blogparade »Schreiben gegen Rechts« aufgerufen. Die Blogparade läuft noch bis 31.3.2016. Ihr könnt also noch mitmachen.

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text brauchst, nimm mit mir Kontakt auf. mail@abs-textandmore.com

8 thoughts on “Deutschland macht mir Angst – Schreiben gegen Rechts

  1. Lea C. sagt:

    Liebe Ann-Bettina,
    du sprichst mir aus der Seele.

    @Hans: Argumenten sind „Gröhler“ nicht zugänglich.
    Gegen extreme Rechte hilft nur, sie nicht zu wählen.
    Was mir Angst macht, ist der Satz: „Die Demokratie hängt an 5% der Wähler.“

    LG Lea

  2. Anna Schmidt sagt:

    Deine Bedenken kann ich vollständig teilen und ich finde es auch erschreckend, dass von diesen Strömungen nicht nur unser Land betroffen ist. In Belgien passiert ein Unglück durch Belgier und als Reaktion nimmt Polen keine Flüchtlinge mehr auf. Verstehen kann und mag ich das nicht. Mich gegen solche Strömungen wehren muss ich! … Und bin dankbar für jeden, der mitgeht!

    1. Hallo Anna,
      ich finde es auch wichtig, dass die „schweigende Mehrheit“ endlich zeigt, dass sie nicht hinter den +gidas, AfD & Co steht. Zumindest hoffe ich, dass sie dies nicht tut.
      Wünsche dir schöne Feiertage
      Ann-Bettina

  3. Erik Miller sagt:

    Ja, es ist schon bedenklich, dass das rechte politische Spektrum nun so aufkommt. Dabei sollten wir nicht dauernd diskutieren, sondern lieber helfen! Denn die meisten Probleme die mit der Ankunft der Flüchtlinge auftauchen, wie etwa die große Wohnungsnot, kann niemals die Politik alleine, sondern nur wir alle gemeinsam lösen!

    1. Hallo Erik,
      es helfen ja auch Viele. Das sieht man ja in einigen der Beiträge zur Blogparade.
      Den Link zu dem Video habe ich gelöscht, weil dort nur die Meldung „Keine Videos“ erschien.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

  4. Hans sagt:

    Hallo Ann-Bettina,

    ein sehr guter, zum Nachdenken anregender, Beitrag.
    (gestern noch im Fernseher gesehen) Von denen, die jetzt die AFD gewählt haben, hätte wohl ein großer Teil für die CSU ihr Kreuz gemacht, so diese zur Wahl gestanden hätte.

    In der Tat gibt es manch beängstigendes und es bleibt zu hoffen, dass das alles „gut ausgeht“.

    Wünsche dir einen schönen Sonntag.

    Lieben Gruß
    Hans

    1. Hallo Hans,
      natürlich hoffe ich auch, dass alles am Ende gut ausgeht. Aber ich finde es schon beängstigend, wie viele Leute, wie schnell einer grölenden Horde hinterherrennen und anscheinend gar nicht weiter über die Konsequenzen nachdenken.
      Dir auch einen schönen Sonntag
      Ann-Bettina

      1. Hans sagt:

        Hallo Ann-Bettina,
        ja es ist erschreckend und um so wichtiger ist, dass man den Gröhlern mit Argumenten widerspricht, denn das ist in einer Demokratie auch in Ordnung und zum Wohle vieler, quasi unerlässlich. Solche Aktionen, wie diese hier, hinterlassen in der Summe ihre Spuren. Das bleibt jedenfalls zu hoffen.
        LG Hans

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