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Melanie Buhl

Heute habe ich mit Melanie Buhl wieder eine Autorin zu Gast, die hauptsächlich Fantasy schreibt.

Guten Tag Melanie Buhl.

Ende 2012 ist dein zweiter Roman „Avalons letzter Apfel“ erschienen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er eine Art historischer Fantasy-Roman. Erzähl uns doch etwas darüber.

Avalons-letzter-Apfel

„Avalons letzter Apfel“ entspringt meiner Faszination für die alten Kelten und allem, was mit Avalon und den Priesterinnen dort zu tun hat. Jahrelang habe ich Sachbücher und Romane darüber gelesen und immer vermisst, dass es keine Mischung aus beidem gab. Ich bin nicht so der begeisterte Sachbuchleser. Irgendwann hatte ich die Idee die Ausbildung einer Priesterin selbst in Romanform zu erzählen. Natürlich alles nur, soweit man etwas über deren Ausbildung weiß. Damit war Luana geboren und ich schilderte ihr Leben und Werden auf Avalon. Bald drängte manch bekannte Figur darauf, mit in den Roman aufgenommen zu werden. Ich hab es einigen von ihnen gewährt, sie aber oft mit den Namen versehen, die nach meinen Recherchen die ältesten Formen sind. Zum Beispiel: Morrígu – Morgana. Artus kommt nur ganz am Rande vor, über ihn gibt es wahrlich genug Geschichten – von großen Meistern unseres Fachs geschrieben!
Alles, was ich trotz langer Recherche nicht gefunden habe, habe ich mit meiner Fantasie und dem was mir in eigenen Traumreisen/Schamanischen Reisen eingegeben wurde ergänzt. Künstlerische Freiheit eben 😉 . So ist das Buch eine Mischung aus Fakt und Fantasy geworden.

Dein erster Roman „Melodie der Ewigkeit“ ist ein „reiner“ Fantasy-Roman. Um was geht es in dieser Geschichte?

Melodie der Ewigkeit

In „Melodie der Ewigkeit“ geht es um das Thema Wiedergeburt und verschiedene spirituelle Sichtweisen des Ganzen. Es ist also nicht nur Fantasy, sondern auch eine Betrachtung des Lebens und was möglicherweise danach kommt. Ich habe die verschiedenen Leben von Maline in einzelnen Kapiteln beschrieben und die Rahmenhandlung mit Abra, ihrem Engel oder Schutzgeist drum herum geschrieben. Einige Passagen aus diesem Buch sind schon seit frühester Kindheit in meinem Kopf. Möglicherweise sind sie sogar Erinnerungen an ein vergangenes Leben. Beweisen kann man das natürlich nicht. Zuerst habe ich diese Fragmente nur für mich aufgeschrieben, um sie nicht zu vergessen. Dann habe ich sie ausgearbeitet und Menschen meines Vertrauens zum Lesen gegeben. Nach deren Zuspruch habe ich das ganze Manuskript noch auf Öffentlichkeitstauglichkeit hin überarbeitet. Einige Dinge waren doch zu persönlich, hier bot die Fantasy einiges an Möglichkeiten der Überarbeitung. Danach fand mein erster Roman Unterschlupf im Fabuloso Verlag.
Einige Kapitel spielen in der Vergangenheit, eines in der Gegenwart und das Letzte in der Zukunft. In diesem Zukunftskapitel schildere ich meine persönliche Wunschvorstellung einer moralisch erwachsen gewordenen Menschheit, die Hunger, Armut und Kriege überwunden hat und bereit ist in neue Welten aufzubrechen. Ich erzähle von Menschen, die die Liebe und den Respekt vor der Schöpfung in ferne Welten tragen. Da spricht auf jeden Fall der Vollblut-Trekkie aus mir. Denn neben der Fantasy liebe ich Science-Fiction.

Du schreibst aber nicht nur Romane, sondern auch Kurzgeschichten. Deine Geschichte „Göttliche Vergesslichkeit“ war eine Zeit lang im Literaturautomaten zu bekommen. Das ist ja eine interessante Idee. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Ja, die Sache mit dem Literaturautomaten war ein voller Erfolg. Diese Idee mit den umfunktionierten Zigarettenautomaten an dem man sich statt Zigaretten, kleine Büchlein mit einer Kurzgeschichte ziehen kann faszinierte mich. Der Slogan: „Kultur statt Kippe, Lyrik statt Lucky Strike“ ließ meine Fantasie Purzelbäume schlagen und ich reichte meine Geschichte ein. Und es hat geklappt, sie wurde angenommen.
Leider sind diese Geschichten immer nur für vier Wochen an den Automaten erhältlich. Die wenigen in dieser Zeit nicht verkauften Exemplare, die ich selbst im Anschluss daran erwerben konnte, sind in kürzester Zeit weggegangen wie warme Semmeln. Aber es war auch nur eine gekürzte Version der Geschichte. Die ungekürzte Fassung erscheint in diesem Herbst (2017) in der Creativo-Anthologie „Fachwerkgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“.

Außerdem hast du Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Die scheinen ein breites Themenspektrum abzudecken. Bist du nicht auf Fantasy spezialisiert oder wolltest du damit einfach mal etwas Neues ausprobieren?

Eigentlich sind meine Geschichten, ob Romane, Kurzgeschichten oder Gedichte immer mit einem Touch Fantasy, Mystik, Spiritualität oder Science-Fiction. Selbst die beiden Kurzkrimis, die in der Creativo-Anthologie „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“ erschienen sind, enthalten Mystisches. Da kann ich schwer aus meiner Haut und will es auch gar nicht. In diesen Genres fühle ich mich wohl, als Autorin und auch als Leserin. Die wenigen Geschichten, die nicht in diese Genres passen, sind mehr mit dem Kopf und weniger mit dem Herzen geschrieben. Das heißt nicht, das sie schlechter sind, aber mir persönlich eben nicht soooo ans Herz gewachsen und eher als Experimente anzusehen, ob mir die Themen liegen.

Hast du ein literarisches Vorbild?

Ja einige. Allen voran Marion Zimmer Bradley, Wolfgang Hohlbein und Gwen Bristow. Aber auch George Orwell, Karl May und Friederike Chudoba, eine eher unbekannte und leider schon verstorbene österreichische Schriftstellerin haben mich geprägt. Da ich von frühester Kindheit an immer viel gelesen habe, wäre eine vollständige Liste arg lang.

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Lach, am liebsten natürlich lesen!
Ich hab natürlich meine Familie, die mir sehr wichtig ist und auch meinen Brotjob. In meiner Freizeit fahre in gern Rad mit meinem Mann (Meine bereits erwachsenen Söhne haben inzwischen andere Hobbys 😉 ). Am liebsten lange Randwanderungen durch die Natur. Wir stellen dabei aber keine Geschwindigkeitsrekorde auf, sondern machen auch mal Pausen um die schönsten Ausblicke zu genießen. Das macht den Kopf frei und ich bekomme neue Ideen. Auf einsamen Waldwegen finde ich oft fantastische und mystische Dinge, die ich dann auf einem Foto festhalte und später als Inspiration nutze.

Liest du selber lieber Print-Bücher oder eBooks? Und warum?

Ich lese beides, wie es gerade passt. Ich habe eine ganz ansehnliche Büchersammlung, sodass ich in letzter Zeit aus Platzgründen oft zum E-Reader greife. Und es ist auch schon vorgekommen, dass ich E-Books später als Print nachgekauft habe, weil sie mir so gut gefielen und sie unbedingt ins Regal wollten, am liebsten in einer schmucken Sonderedition 😉 . Zum Beispiel die Partholon-Saga von P.C. Cast und die Panem-Reihe.
Auf Reisen oder in Wartezimmern ist natürlich ein E-Reader die bessere Wahl.

Vielleicht hast du es mitbekommen, dass vorigen Monat die Aktion „Autorinnenzeit“ lief. Diese Aktion wollte speziell auf Autorinnen aufmerksam machen, da diese im Literaturbetrieb auch heute noch benachteiligt sind. Wie siehst du das? Hast du auch entsprechende Erfahrungen gemacht?

Mir hat die Aktion „Autorinnenzeit“ sehr gut gefallen und ich habe begeistert mitgemacht. Dabei hab ich mir meinen Bücherschrank sehr genau angesehen und festgestellt, dass bei mir die Autorinnen keinen so schlechten Durchschnitt haben.
Auch in unserer Autorengruppe Creativo sind die Autorinnen in der Überzahl. So habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wie die Verteilung anderswo sein mag.
Aber es stimmt schon, die meisten Bestseller sind von Männern geschrieben. Aber was heißt das schon? Die haben möglicherweise nur das bessere Marketing, sind vielleicht risikobereiter – und schreiben das, was die Masse lesen will. Mainstream eben!
Ich selber schreibe aus einem inneren Drang heraus und mit Freude an der Sache. Ich liebe die Unabhängigkeit eines Kleinstverlages, niemand bestimmt, was ich, in welcher Zeit schreiben soll. Und wenn meine Auflagen nicht in die Millionen gehen und meine Leser und Leserinnen nur aus einem kleinen dafür aber stetig wachsenden Kreis bestehen, macht das gar nichts. Ich möchte mich nicht verbiegen, ich möchte über die Dinge schreiben, die mir am Herzen liegen, ohne immer auf den großen finanziellen Erfolg zu geiern oder darauf angewiesen oder verpflichtet zu sein. Zum Thema Erfolg hab ich übrigens vor einiger Zeit einen Artikel auf meiner Homepage veröffentlicht:
http://melanie-buhl.de/was-ist-schon-erfolg/
Andere Autorinnen zu unterstützen fand ich trotzdem eine gute Idee und sie hat mir persönlich viele Twitter-Follower eingebracht. Das hat mich sehr gefreut!

Schreibst du schon an einem neuen Buch?

Ja, ich schreibe schon länger an meinem dritten Roman. Leider hat sich durch mehrere Pflegefälle innerhalb der Familie einiges verändert und mir fehlt ein bisschen die Zeit. Das wird aber bald wieder besser und ich hoffe, bis spätestens zur Leipziger Buchmesse mein neues Buch veröffentlichen zu können.
In diesem neuen Roman wird es um eine tragische regionale Sagenfigur gehen, also Fantasy pur!

Was möchtest du den Leser*innen sonst noch erzählen?

Ich freue mich über jeden einzelnen Leser und jede Leserin! Mein Mantra vor Veröffentlichung meines ersten Romans war: Wenn ich nur 5 Menschen dazu bewegen kann, über meine Themen nachzudenken, habe ich mein Ziel erreicht.
Ich habe es inzwischen, dank vieler lieber Menschen, um ein Vielfaches überschritten und überschreite es noch. Dafür bin ich meinen Lesern sehr, sehr dankbar.
Auch der Kontakt mit euch sei es nun persönlich bei Lesungen oder auf Buchmessen oder virtuell über Facebook, Twitter, Google+, E-Mail usw. ist eine wunderbare Sache! Ich freue mich über jedes Feedback. Auch wenn mal etwas nicht so gut gefallen hat, denn daraus kann man lernen und daran wachsen.
Scheibt mich also gern an, liked, wenn ihr mögt, meine Seiten, lest meine Artikel auf meiner Homepage und lasst mich wissen, was ihr darüber denkt!
Ihr erreicht mich auch über:
Facebook: Melanie Buhl – Autorin
Twitter: @Melanie_Buhl
Google+: Melanie Buhl

Ich danke euch allen und Ann-Bettina, dass ich hier über mich und meine Leidenschaft das Schreiben, berichten durfte!

Vielen Dank für das Interview, Melanie Buhl. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-)
Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen.
Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

2 Replies to “Interview mit der Autorin Melanie Buhl”

  1. Hey,

    du suchst ein neues Buch zum Lesen und möchtest dafür nichts ausgeben?

    Besuch meine Seite – Ich habe da etwas für dich vorbereitet!

    Liebe Grüße
    Captain Books

    https://captainbooksweb.wordpress.com/2017/06/15/gewinnspiel-update-captain-books/

    1. Hallo Captain Books,
      fast hätte ich deinen Kommentar gelöscht. Er klingt nämlich auf Anhieb wie die Werbung für eine eBook-Piratenseite. Aber du meinst ja nur ein Gewinnspiel 🙂 Das ist natürlich ok. Wünsche dir viele Teilnehmer.
      Viele Grüße
      Ann-Bettina

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