Home » Interviews » Interview mit dem Autor John Alba

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Heute habe ich zur Abwechslung einen Autor zu Gast, der Mystery-Thriller schreibt. Aber nicht nur. Unter anderen Namen schreibt er auch Romane und Schreibratgeber.

Guten Tag John Alba oder Paul Mesa oder Stephan Waldscheidt.

Warum die Veröffentlichung unter drei verschiedenen Namen? Weißt du überhaupt noch, wer du wirklich bist? 🙂

Pseudonyme sind ja das gleiche wie Markennamen. Ich sehe mich als kleiner Autorenkonzern mit diversen Marken unter einem Dach.
Angefangen hat es mit Stephan Waldscheidt. Als ich dann bei Rowohlt publizierte, wollte man ein anderes Pseudonym, also habe ich mir Paul Mesa ausgesucht. International, klingt gut, Website war noch frei. John Alba ist entstanden, weil der eine ganz andere Art von Romanen schreibt, eher Spannendes und Phantastisches, weniger Humorvoll-Skurril-Philosophisches als Paul Mesa. Ich wollte nicht, dass Leser Mesa suchen und dann etwas ganz anderes bekommen und enttäuscht wären. Alba steht für Hochspannung bis an die Grenzen deiner Phantasie.

Als John Alba hast du Ende letzten Jahres „Beinhaus“, den zweiten Band deiner Wiedergänger-Reihe herausgebracht. Erzähl uns doch etwas darüber.

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Der Schwarzwald. Ein ungewöhnlich heißer Sommer.
Nach den dramatischen Ereignissen um die Wiedergänger versucht der sechzehnjährige Tobias, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Stattdessen wird alles schlimmer. Nicht nur entdeckt er in seinem Keller eine Leiche. Auch zwei Gangster tauchen auf, die das von seinem Vater versteckte Geld einfordern. Tobias wird zu einer Entscheidung getrieben, die sein Leben für immer verändern wird.
Der skrupellose Taco kreuzt den Weg von Tobias und seinen Freunden. Taco weiß mehr über die Herkunft der Wiedergänger und mehr über das Wesen, das im Tode auf jeden Menschen lauert. Wer sich Taco in den Weg stellt, muss sterben.
Während Tobias an mehreren Fronten kämpft, holt ihn unbemerkt eine schreckliche Tat aus seiner Vergangenheit ein …

Es ist schon der dritte Band, wobei der erste, „Zwinger“, andere Protagonisten hat. „Beinhaus“ gehört zu einer eigenen Trilogie im größeren „Wiedergänger“-Kosmos. Ja, es ist eine ambitionierte Story …

Der erste Band „Kessel“ ist Anfang vorigen Jahres herausgekommen. Bist du ein Schnellschreiber?

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Jein. Ist ja alles relativ. Ich habe „Zwinger“, „Kessel“ und „Beinhaus“ praktisch zusammen geschrieben, da es ja eine einzige, große Story ist. Deshalb konnte ich die relativ schnell hintereinander publizieren. Ich bin dann schnell (für meine Begriffe), wenn ich den Roman gut geplottet habe. In dem Fall kann ich die Rohfassung eines normal umfangreichen Romans in drei Monaten schreiben. Die eigentliche Arbeit, das Überarbeiten, fängt aber dann erst an.

Wiedergänger sind im Moment ja in, z. B. die Serie „The Walking Dead“. Was ist daran so faszinierend?

Vorab: Die Wiedergänger meiner Romane unterscheiden sich gravierend von Zombies. Ich finde sie weit interessanter, eben weil sie nicht hirnlos sind. Ich wollte keinen weiteren Zombie-Roman schreiben. Was genau die Wiedergänger meiner Romane sind, das dürfen die Leser gern zusammen mit den Protagonisten meiner Romane herausfinden.

Was ist nun so faszinierend an Wiedergängern im Allgemeinen? Die Idee spielt mit dem Gedanken, dass das Leben nicht so endlich ist, wie es zu sein scheint. Dass es danach noch etwas gibt, und zwar keinen abstrakten Himmel über den Wolken, sondern ein konkretes Weitermachen in unserer Welt.
Im Fall von Zombies ist es wohl ihre einseitige Besessenheit, dieser unbedingte Wille, lebende Menschen zu fressen. Auch ihre Hirnlosigkeit hat ihren eigenen Reiz. Zombies machen uns Angst, weil sie so unaufhaltsam sind, auch wenn du ihnen ein Bein abhackst, greifen sie dich weiter an. Und gruselig aussehen tun sie natürlich auch. Ich finde, Zombies funktionieren in Filmen deutlich besser als in Romanen. Wenn einer weder redet noch denkt und kein interessantes Innenleben hat, ist er schwieriger im Roman darzustellen.

Mit deinem ersten Wiedergänger-Roman „Zwinger“ warst du auf der Longlist des Selfpublisher-Preises und des Indie-Autor-Preises.
Kannst du uns etwas über diese Preise sagen?

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Beide Preise werden von Institutionen ausgeschrieben und von Jurys bewertet. Das unterscheidet sich vom Amazon Storyteller Award, bei dem es um Verkaufszahlen geht. Ich finde beide Arten von Preisen gerade im Selfpublishing wichtig und hilfreich, denn sie schenken Selfpublishern das, was sie sonst, im Vergleich mit in großen Verlagen veröffentlichten Autoren, nur sehr schwer bekommen: Aufmerksamkeit. Für den Selfpublisher selbst ist es kostenloses Marketing und zudem eine schöne Bestätigung, wenn jemand anderes als die Familie oder Freunde den eigenen Roman gut findet.

Deine Roman-Veröffentlichungen als Paul Mesa liegen schon einige Jahre zurück. Hast du dich davon weg entwickelt?

Entwicklung würde ich es nicht nennen. Mein Fokus hat sich auf eine andere Art von Storys verschoben, hin zu intensiven Spannungsromanen.

Als Stephan Waldscheidt hast du zahlreiche Schreibratgeber veröffentlicht. Einer davon ist „Schreib den verd… Roman!: Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen. Ein Anti-Ratgeber“. Was hat man sich denn unter einem Anti-Ratgeber vorzustellen?

Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern eine Parodie auf Schreibratgeber. Das Buch habe ich lange vor meinen richtigen Schreibratgebern geschrieben. Ich empfehle daher diese, zumal die Parodie in meinen Augen auch schon etwas veraltet ist mit ihren fast fünfzehn Jahren, in denen auch ich mich als Autor stark weiterentwickeln konnte.

Hast du bei der ganzen Schreiberei noch Zeit nur zum Spaß etwas zu lesen? Wenn ja, was?

Ich bin ein hungriger Vielleser. Das Lesen wird immer mein Lieblingshobby bleiben. Ich lese querbeet über so ziemlich alle Genres. Gerade Science-Fiction von Iain M. Banks, zuvor einen Thriller von Grisham, davor Urban Fantasy von Orson Scott Card, davor ein Drama von Jennifer Weiner … Das Viellesen hängt natürlich auch mit meiner Waldscheidt-Existenz als Schreibratgeber zusammen.

Schreibst du schon an einem neuen Buch?

Ja. Meistens an mehreren. Gerade schreibt John Alba an einem und Stephan Waldscheidt an einem anderen, während beide fleißig Ideen für ein Dutzend weitere notieren …

Was möchtest du den Leser*innen sonst noch erzählen?

Werdet anspruchsvoller bei eurer Lektüre. Es gibt so viele wunderbare Bücher, da müsst ihr eure Zeit nicht mit Mittelmaß verschwenden. Auf Dauer wird das auch das Niveau der Bücher insgesamt heben.

Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

Auf den Autor bezogene Werbung:
Homepage John Alba: https://johnalba.de/
Homepage Stephan Waldscheidt: Schriftzeit

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com
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