Interview mit Peter Georgas-Frey, Autor des SF-Romans „Die Heimkehr“

Ich freue mich heute Peter Georgas-Frey zum Interview in der ABS-Lese-Ecke begrüßen zu können. Peter Georgas-Freys hat bisher „Als Paolos Hände reden lernten“ und „die Revolte“ heraus gebracht. „Die Heimkehr“ ist sein neuestes Werk, eine SF-Trilogie. Hiervon ist bisher Band 1 „Einer zu viel“ erschienen. Meine Rezension dieses Romans könnt ihr hier lesen.

Guten Tag, Peter Georgas-Frey.

Für alle, die keine Lust haben die Rezension zu lesen, kannst du uns kurz erzählen um was es in „Die Heimkehr“ geht?
Die Heimkehr spielt mit der Idee, dass die Erde mehrfach und ziemlich früh von einer außerirdischen Zivilisation besucht wurde. Im Fall der „Heimkehr“ mussten die Besucher bleiben und begannen uns zu lenken. Aber nicht, um uns zu kontrollieren, sondern, weil sie verzweifelt ihre „Heimkehr“ wünschen.

Wie bist du zu der Idee für dieses Buch gekommen?
Ich hatte mir vorgenommen, mal einige Wochen nichts zu schreiben. Dann saß Winslow plötzlich in dem Diner und die Geschichte begann sich zu erzählen.

Mit diesem Roman hast du ja sicher vor Snowden und dem NSA-Skandal angefangen. Ist es Zufall, dass man beim Lesen deines Romans daran denkt oder hattest du schon vorher entsprechende Informationen?
Überrascht hat mich die allgemeine Überraschung bei Snowden. Bereits zwischen 1945 bis 1975 ließ, beim Projekt SHAMROCK, der damalige NSA-Chef Tordella Amerikaner im Ausland überwachen. Wirklich wenig Recherche brachten mir viele Zusammenhänge ans Licht, für die Snowden eigentlich nur ein Gesicht bot.
Und, wenn ich, als Privatperson, beinah jede Information innerhalb von Sekunden über google beschaffen kann, ist es doch logisch, das Geheimdienste über ähnliche, bessere Technologie verfügen und alles überwachen, was durch´s www geistert.
Also: Ja, ich hatte solche Informationen, aber sie waren nicht schwer zu beschaffen.

Du sagst auf deinem Blog „Ich möchte dass er (der Leser) etwas lernt, etwas begreift und zu etwas gefordert ist. Das dies nicht Mainstream-fähig ist habe ich mittlerweile begriffen und gebe mir Mühe den Aspekt Unterhaltung stärker zu bedenken.“ Was soll der Leser z. B. bei der Heimkehr lernen?
Hmmm. Die „Heimkehr“ soll mehr unterhalten, als beispielsweise die „Revolte“. Aber, wenn ich einen Lerneffekt nennen sollte, dann wäre es das Offensein und Staunen können.
Für mich ist eine solche Aliengeschichte eine Spielerei. Aber es entstehen dabei unglaublich spannende Fragen. Und so sehr ich mich sträuben würde zu sagen „Niemals Aliens.“ Würde ich mich hüten zu sagen „Bestimmt!“
Diese Offenheit zu wecken, würde ich mich wünschen. Ich finde viele Menschen lassen sich zu sehr zu einem Entweder-oder drängen.

Um was geht es in deinen beiden anderen Büchern?
Da brauchen wir ein zweites Interview 😉 Da verweise ich jetzt ganz elegant auf die amazon-Seiten oder die entsprechende Homepage www.soanta.de
Ganz kurz nur: Die beiden Erzählungen sind Erwachsenenmärchen, der Roman ist ein politischer Thriller.

Du scheinst deine Bücher nicht um jeden Preis verkaufen zu wollen. Ist dir finanzieller Erfolg nicht wichtig?
Zurzeit bin ich nicht davon abhängig, weil ich einen guten Erwerbsberuf habe. Für mich wäre finanzieller Erfolg in erster Linie eine Erleichterung gegenüber dem Druck: vollberufstätig und Autor in jeder freien Minute zu sein. Das zehrt, wie ich nach einem Großprojekt, wie der „Heimkehr“ zugeben muss.

Du veröffentlichst deine Bücher als Self-Publisher. Aus Überzeugung?
Ne, die anderen wollen mich nicht…
Sagen wir, ich gebe ein halbes Ja.
Bei den beiden ersten Büchern habe ich mich noch an Verlage gewandt. Bei der „Heimkehr“ nicht mehr. Das einzige Mal, da ich das Gefühl hatte vielleicht etwas dichter dran gewesen zu sein und ernst genommen zu werden, war beim Rowohlt-Verlag. Alles andere war nahe an der Demütigung. Mittlerweile lässt mich das kalt. Früher haben Verlage Autoren wie Hesse, wie Böll, wie Thomas Mann vertrieben. Damit könnte ich mich nie messen. Wenn ich mir aber Romane von Fitzek durchlese oder Elsberg, ja selbst Schätzing (obwohl ich den gute finde, würde er nicht ein Sachbuch in einem Roman erzählen wollen), denke ich mir „Juut! Wenn das heute gut ist, macht es mir nix aus.“

Du bietest auf deinem Blog Hilfe zur Veröffentlichung von Büchern an. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Hattest du selber einen Mentor?
Ich war die meiste Zeit meines Lebens Autodidakt. Da sammelt man Erfahrungen. Da ich anderen gerne Umwege ersparen würde und ich den Spruch „Wissen ist das einzige was man verschenken kann und immer reicher wird“ für sehr sinnig halte, dachte ich, wäre doch ein gutes Angebot.

Hast du viel Kontakt mit anderen Autoren oder arbeitest du lieber für dich allein im stillen Kämmerchen?
Mein Blog war das Ende des Kämmerchens. An einem Skript arbeite ich lieber allein. Aber den Gedankenaustausch mit anderen Autoren finde ich schön und hilfreich.

Was liest du selber?
Im Moment, berufsbedingt sehr viel Sachliteratur, da geht es um Anatomie, Neurologie und mehr. Zeitbedingt, weil ich gerade viel im Auto unterwegs bin, höre ich viele Hörbücher überwiegend Historisches. In Buchform springe ich gerade zwischen östlicher Philosophie und westlichem Existentialismus.

Kannst du schon sagen, wann der nächste Teil deiner SF-Trilogie „Die Heimkehr“ herauskommen wird?
Wenn ich tüchtig bin Anfang Juni, wenn ich vernünftig bin Anfang Juli. Dann gibt es die Gesamtausgabe. Ich werde keine Teile mehr veröffentlichen, weil ich glaube, dass das frustrierend beim Lesen ist.

Arbeitest du schon an einem neuen Projekt?
Ja… Genau genommen an 2. Für die ich einen Lottogewinn oder einen Verkaufserfolg der „Heimkehr“ bräuchte, um genügend Kraft und Zeit zu haben.

Vielen Dank für das Interview, Peter Georgas-Frey. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.
Ich bedanke mich auch.

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