Home » Interviews » Interview mit der Autorin Melanie Lahmer

Melanie-Lahmer

Heute habe ich zur Abwechslung mal wieder eine Autorin zu Gast, die Krimis schreibt.
Guten Tag Melanie Lahmer.

Hallo Ann-Bettina,
vielen Dank für das nette Interview!

Zuletzt ist dein Krimi „Kuckucksbrut“ herausgekommen. Erzähl uns doch etwas darüber.

Kuckucksbrut

„Kuckucksbrut“ ist der zweite Teil meiner Ermittler-Reihe um die junge Kommissarin Natascha Krüger. Natascha ist als rheinische Frohnatur ins Siegerland versetzt worden, wo sie sich erst mal mit den etwas grummeligen Eigenarten der Bewohner auseinandersetzen muss. Aber das gelingt ihr schon in Teil eins recht gut.
In „Kuckucksbrut“ führen die Ermittlungen sie in ein abgelegenes Dorf am Rande des Rothaargebirges. Eine junge Mutter wurde getötet, und Natascha und ihre Kollegen müssen sich durch ein Dickicht aus Schweigen, vagen Andeutungen und offener Feindseligkeit schlagen. Gleichzeitig lernen wir Ella Steinseifer, eine Dorfbewohnerin, kennen und müssen dabei zusehen, wie sie auf perfide Weise immer stärker bedroht wird.

Sein Vorgänger „Knochenfinder“ wurde im Jahr 2012 mit dem Amazon-Autorenpreis ausgezeichnet. Was ist das für ein Preis?

„Entdeckt!“, der Amazon Autorenpreis, war eine Auszeichnung für deutschsprachige Debüt-Autoren. In jedem Quartal wählten die Leserinnen und Lesern das beliebteste Debüt. Am Jahresende traten dann die Quartalssieger gegeneinander an, wobei „Knochenfinder“ den zweiten Platz erreichte.

Diese beiden Kriminalromane sind durch die Protagonistin, die synästhetisch begabte Kommissarin Natascha Krüger miteinander verbunden. Was hat man sich denn unter synästhetisch begabt vorzustellen?

Die Synästhesie ist zu einem Steckenpferd von mir geworden, und ich habe schon mehrere Vorträge gehalten und Fachaufsätze darüber geschrieben. Da war es irgendwie naheliegend, auch eine Romanfigur mit Synästhesie auszustatten.
Bei Synästheten sind die Sinne etwas anders miteinander verknüpft als bei Nicht-Synästheten. Wochentage oder Zeitangaben werden zum Beispiel farbig wahrgenommen, Musik wird nicht nur gehört, sondern auch in Formen, Farben und unterschiedlichen Texturen gesehen. Das klingt vielleicht ein wenig abstrakt, ist aber eigentlich gar nicht so selten. Auf meiner Webseite kann man ein paar grafische Darstellungen ansehen und sich ein besseres Bild von synästhetischer Wahrnehmung machen.

Neben diesen Kriminalromanen hast du mehrere Kurzkrimis geschrieben. Zwei davon unter Pseudonym. Warum das?

Das waren meine ersten Gehversuche im Schreiben. Ich dachte zuerst, wenn die Geschichten schlecht sind und es schief läuft, dann ist es nicht so peinlich, weil man die Geschichten nicht mit mir in Verbindung bringt. Mein Plan ging aber überhaupt nicht auf, denn direkt mit der zweiten Kurzgeschichte habe ich einen Wettbewerb gewonnen. Danach habe ich das Pseudonym geöffnet und mich an mein erstes Romanprojekt gewagt: „Knochenfinder“.

Im Jahr 2009 hast du ein Literaturstipendium gewonnen. Mit deinen Kurzkrimis?

Das Literaturstipendium habe ich für den Rohentwurf von „Knochenfinder“ erhalten. Ich durfte zwei Monate in Schöppingen im Münsterland in einem Künstlerdorf wohnen und arbeiten und habe dabei viele Einsichten in andere Kunstformen kennenlernen können. Das war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich.

Du scheinst dich ja ganz auf Krimis spezialisiert zu haben. Hat es dich wirklich noch nie gereizt, mal etwas anderes zu schreiben?

Witzig, dass du danach fragst!
Unter Pseudonym habe ich 2016 und 2017 vier Liebesromane im Selfpublishing veröffentlicht. Das hat mir viel Spaß gemacht und es hat gut getan, mal nicht über Mord und Totschlag zu schreiben. Trotzdem habe ich gemerkt, dass mich das Düstere wohl doch nicht so ganz loslässt, deshalb arbeite ich gerade wieder an einer neuen Krimireihe.

Was liest du selber gerne?

Ich bin genretechnisch gar nicht so festgelegt.
Natürlich lese ich gerne Krimis, aber ich lese auch sehr gerne historische Romane und ab und zu auch Fantasy. Sachbücher zu unterschiedlichen Themen lese ich nicht nur zu Recherchezwecken, sondern auch, um meinen Horizont regelmäßig zu erweitern.
Da ich über verschiedene Autorennetzwerke sehr viele andere Autorinnen und Autoren kenne, lese ich natürlich auch viel von den Menschen, die ich mag. Da kommt automatisch eine große Mischung zustande.

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Als Gegenstück zum Schreiben genieße ich die Arbeit im Garten. Da bin ich an der frischen Luft und kann mich körperlich betätigen, und manchmal tut es einfach gut, die Gedanken mal pausieren zu lassen. Meist führt es aber dazu, dass das Unterbewusstsein sein eigenes Ding dreht und mir, ob gewollt oder nicht, immer wieder ins Schreiben eingreift.

Schreibst du schon an einem neuen Buch?

Ja. Aktuell arbeite ich am ersten Band einer neuen Krimireihe, die auch wieder hier im Siegerland spielt. Die Hauptfigur ist eine Psychologin, und der erste Fall spielt im Milieu der Fußballfans. Das ist ein absolutes Wunschprojekt von mir, das ich aber bisher noch nicht verwirklichen konnte.

Was möchtest du den Leser*innen sonst noch erzählen?

In den letzten Jahren habe ich festgestellt (und nicht nur ich, sondern auch andere Kolleginnen und Kollegen), dass immer seltener im Internet bewertet wird. Das ist sehr schade, denn die Bewertungen erfüllen mehrere nützliche Funktionen: Zum einen können sich interessierte Leserinnen ein eigenes Bild vom Buch machen, denn der Klappentext ist ja nur ein Appetithappen und erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Auf der anderen Seite hilft es auch uns Autorinnen weiter, wenn man direkte Lesermeinungen erhält. Es heißt nicht umsonst, ein Buch, über das niemand spricht, ist ein totes Buch.
Das müssen auch keine tollen literaturwissenschaftlichen Ausarbeitungen sein, sondern einfach nur die eigene Meinung. Denn was für die Musiker der Applaus, ist für uns Autoren eine Rezension. Es ist schade, wenn man monatelang an einem Buch schreibt und es nach Veröffentlichung quasi im Nichts verhallt. Traut euch wieder mehr!
🙂

Vielen Dank für das Interview Melanie Lahmer. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

Dankeschön!
Ich habe mich sehr über die Fragen gefreut, weil sie sehr individuell sind.
😊

Auf die Autorin bezogene Werbung:
Webseite der Autorin: http://www.siegerlandkrimis.wordpress.com

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

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