Home » Interviews » Interview mit der Autorin Irene Dorfner

irene-dorfner

Mein heutiger Interview-Gast schreibt Regional-Krimis, die in Bayern spielen.

Guten Tag Irene Dorfner.
Hallo Ann-Bettina.

Vorigen Monat ist dein neuestes Buch, »Jakob« herausgekommen. Es ist schon der 16. Fall für deinen Kommissar Leo Schwartz. Mit welchen Problemen muss er diesmal kämpfen?

Fall 16-1

Der Sohn eines reichen Unternehmers wurde entführt. Der Vater findet ein Bekennerschreiben, das ihm und den Mühldorfer Kriminalbeamten Rätsel aufgibt. Die Spur führt sie zu einem Turm in Altötting, wo ein weiteres Schreiben gefunden wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die anderen Bände dieser Krimi-Reihe sind alle 2015 bei Amazon erschienen. Die hast du aber doch sicher nicht alle auch voriges Jahr geschrieben?

Fall 1
Fall 5
Fall 11-1
Fall 15-1

Nein. Ich schreibe seit 2013 und habe die ersten Bücher ausschließlich über Neobooks (Droemer-Knaur) veröffentlicht und von dort aus über alle Ebook-Stores verkauft. 2015 bekam ich die Möglichkeit, direkt über Amazon zu vermarkten, weshalb bei Amazon überall 2015 als Jahr der Veröffentlichung erscheint. Band 1 bis 4 erschienen 2013, Band 5 bis 10 im Jahr 2014. 2015 erschienen Band 11 bis 14. Band 15 und 16 erschienen dieses Jahr 2016. Neben Amazon werden meine Bücher über Tolino (Weltbild, Thalia, usw.) und auch noch über Neobooks verkauft.

Den 9. Fall »Adlerholz« gibt es auch auf Englisch. Warum ausgerechnet den 9. Fall und nicht den Ersten?

9. Fall für Leo Schwartz
Fall 9 Engl-1

Adlerholz spielt nicht nur in Bayern, sondern auch in Florenz. Im Ausland kennt man von Deutschland fast nur das Oktoberfest und Berlin, Bayern als Bundesland ist großflächig unbekannt. Durch den Schauplatz Florenz, der wiederum sehr bekannt ist, wollte ich die Leser auf Bayern aufmerksam machen. Mir schien dieses Buch von allen für den englischsprachigen Markt am geeignetsten.

Was hat den Anstoß gegeben, dein erstes Buch zu schreiben und zu veröffentlichen?

Ich war schon immer ein begeisterter Bücherleser. Über Jahre keimte der Wunsch in mir, irgendwann ein Buch zu schreiben. Eines Tages setzte ich mich hin und schrieb darauf los. Ich konnte noch nicht wissen, ob ich das überhaupt schaffe. Es hat geklappt. Dann gab ich das Manuskript meiner Familie und guten Freunden zu lesen. Sie haben mich ermutigt, es zu veröffentlichen. Allerdings wagte ich den Schritt erst, als ich das zweite Buch fertig hatte und Ideen für ein drittes Buch parat lagen. Ich wollte nicht nur ein Buch schreiben, das dann irgendwann in der Versenkung verschwindet.

Es heißt immer, wenn ein Autor sein Buch gut verkaufen will, muss er ständig neue Bücher auf den Markt bringen. Das hast du ja nun mit 16 Büchern in ca. einem Jahr sehr drastisch getan. Kannst du bestätigen, dass ein neues Buch auch die Absätze der anderen Bücher steigert?

Auf jeden Fall. Die ersten Bücher verkauften sich zäh und nur stückweise. Klar, man kannte mich nicht. Man darf nicht vergessen, dass ich „Einzelkämpfer“ bin, also keinen Verlag oder Ähnliches an der Seite habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit jedem neuen Buch den Leserkreis langsam aber stetig erweitert.

Wie lange schreibst du an einem Band deiner Reihe?

Das ist unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel spielt mein persönliches Umfeld eine Rolle. Dinge, die mich berühren oder mich aufregen, verarbeite ich gerne in meinen Büchern. Dann kommt es darauf an, was die Geschichte hergibt, was sich auch im Umfang bemerkbar macht. Ich beginne eine Geschichte mit einer Idee, von der ich noch nicht weiß, wo sie mich hinführt. Bei den morgendlichen Waldspaziergängen mit meinem Hund habe ich die besten Ideen. Bei manchen Bänden bin ich sehr schnell und die Geschichte flutscht nur so daher. Dann bin ich wieder sehr kritisch und überarbeite mehrmals, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich schätze, dass ich im Schnitt ungefähr 3 Monate pro Band brauche.

Du wohnst in einem kleinen Dorf bei Altötting. Da ist deine Autorentätigkeit sicher kein Geheimnis. Wie reagieren die Dorfbewohner darauf, dass ihre Gegend ständig in deinen Krimis vorkommt?

Das haben bis jetzt noch nicht viele mitbekommen. Ich gehe nicht damit hausieren. Ich bin eher der Typ, der im Hintergrund agiert, und fühle mich dabei sehr wohl. Wenn es jemand mitbekommt und mich darauf anspricht, unterhalte ich mich sehr gerne über meine Arbeit.

Du bringst deine Bücher als Selfpublisherin heraus. Hast du mal versucht, sie in Buchhandlungen in deiner Gegend unterzubringen?

Eine Altöttinger Buchhandlung hatte meine Bücher bis vor kurzem im Sortiment und auch gut verkauft. Im Herbst bin ich dort wieder mit dem vollen Programm vertreten. Es ist schwer, in Buchhandlungen unterzukommen, zumal ich keinen Verlag habe und die Gewinnspanne sehr viel geringer ist, als bei den Büchern, die über Verlage laufen. Trotzdem bin ich sehr stolz darauf, dass der Altöttinger Buchhandel meine Bücher im Sortiment hatte und auch wieder aufnimmt.

Kannst du dir vorstellen, auch einmal etwas anderes zu schreiben als Krimis um deinen Kommissar Leo Schwartz?

Ich habe ein humoristisches Büchlein geschrieben, das großen Spaß gemacht hat. Aber ich habe noch mehr Spaß daran, Krimis zu schreiben und „meine“ Familie wachsen zu lassen. Meine Leser wollen auch, dass die Serie weitergeht.

Schreibst du schon an einem neuen Buch?

Ich bin mit der Rohfassung fertig und gerade dabei, sie zu überarbeiten. Ich denke, dass ich Mitte Mai damit fertig bin. Diesmal führt der Weg nach München und Wolfratshausen, wo Leo Schwartz und seine Kollegen in einen Diebstahl mit Morden involviert werden. Das wird wieder sehr spannend.

Möchtest du uns sonst noch etwas erzählen?

Ich versuche, meine Leser durch eine Geschichte zu führen, die nachvollziehbar ist und die auch bei uns in Bayern stattfinden kann. Wichtig dabei sind die Charaktere meiner „Helden“ und „Antihelden“ mit all ihren Fähigkeiten und Stärken; aber auch mit ihren Schwächen, Fehlern und Macken, die jeder von uns hat. Ich freue mich, wenn der Leser sich durch meine Geschichten unterhalten fühlt.

Vielen Dank für das Interview, Irene Dorfner. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.

Habe ich sehr gerne gemacht. Vielen Dank.

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Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-)
Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen.
Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

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