Home » Interviews » Interview mit dem Autor Klaus Kurt Löffler

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Heute habe ich nach einiger Zeit mal wieder einen Kinderbuchautor zu Gast.

Guten Tag Klaus Kurt Löffler.

Guten Tag, liebe Ann-Bettina! Ich freue mich, dass ich zu diesem Interview eingeladen worden bin. *Kinderbuchautor* ist allerdings nicht das treffende Wort: Ich würde *Jugendbuchautor* vorziehen, da meine Zielgruppe erst mit 10 Jahren beginnt.

Die Bücher deiner Reihe um Max und Micha sind Jugendkrimis. Warum ausgerechnet Krimis? Liegt das an deinem früheren Beruf als Jurist?

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Eigentlich nicht. Ich habe schon immer neben Belletristik auch mit Vorliebe Abenteuer- und Kriminalromane gelesen. Ich gehöre aber nicht zu denen, die es blutig lieben. Mich hat von je her das Rätsel gereizt, das sich hinter dem Verbrechen verbirgt. Meine Lieblingsautoren waren John Dicksen Carr, Erol Gardner, Chesterton und natürlich auch Conan Doyle mit seinem Detektivgespann Sherlock Holmes und Watson, das sich in meinen Protagonisten Max und Micha wiederfindet. Später habe ich mit meinem Sohn und den EnkeItöchtern auch Enid Blyton und ähnliche Jugendbücher gelesen. Von ihnen rührt meine Vorliebe für ausgefallene Schauplätze, übersinnliche Phänomene und scheinbare Unmöglichkeiten her, für die es dann doch eine reale Erklärung gibt. Mir war bald klar geworden, dass so die Literatur aussehen sollte, die ich schreiben wollte. Dabei bin ich dann auch geblieben, als ich nach meiner Pensionierung endlich Zeit dazu fand. Die harte Realität unserer heutigen Welt hatte ich durch meinen Beruf im Übermaß kennengelernt. Deshalb suchte ich jetzt Zuflucht in der *heilen Welt der Jugend*, in der ich auch meine durch den Krieg verlorene Kindheit wiederfinden konnte.

Die Detektivgeschichten spielen am Wolfgangsee in Österreich. Du lebst in Hannover. Warum hast du dir den Wolfgangsee als Schauplatz ausgesucht?

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Ich war schon als Junge ein begeisterter Leser und hatte immer schon vor, einmal selbst Bücher zu schreiben. Auslöser für meine Max und Micha Buchreihe waren unsere wiederholten Besuche in St. Wolfgang/ Salzkammergut, bei denen ich nicht nur von der wunderbaren Landschaft begeistert war, sondern auch vieles selbst erlebt habe, das ich dann schriftstellerisch verarbeiten konnte. So sind nicht nur unsere Ausflüge und Wanderungen in die Texte eingeflossen, die deshalb fast als ›Wanderführer‹ dienen könnten. Auch Menschen, mit denen wir zusammengetroffen sind, finden sich in den Geschichten überhöht wieder. Für meinen Haupthelden Micha ist zum Beispiel ein Junge gleichen Namens Vorbild geworden, dessen Bekanntschaft wir gemacht hatten.

Mittlerweile sind 17 Bände dieser Jugendkrimis erschienen. Das ist ja schon eine ganze Menge. Wo bekommst du die Ideen für diese Geschichten her?

Als begeisterter Leser von Jugend- und Abenteuerromanen, die ich zunächst allein und später mit Kindern und Enkeltöchtern gelesen habe, war mein Kopf ja voll mit Geschichten. In Hannover hätten sie aber kaum zum Leben erwachen können. (Nur zwei meiner Romane spielen als Teil der Reihe dort.) Bei unseren Besuchen in Österreich fand ich dann plötzlich die passende Kulisse. Und eigene Erlebnisse kamen hinzu.

Auf deiner Webseite steht, dass die Reihe 20 Bände umfassen soll. Hattest du das von Anfang an so geplant?

Nein! Ich habe am Anfang ja nur für mich und meine Enkeltöchter geschrieben, denen ich die Texte abends vor dem Einschlafen vorgelesen habe. Mit den Jahren kamen immer mehr Geschichten dazu. Und irgendwann hat mich meine Familie dazu gedrängt, die Skripte in Druck zu geben, was ich nicht bereue. Inzwischen sind sie in der Tat auf zwanzig angewachsen, von denen 17 bereits veröffentlicht worden sind.

Die ersten Bände deiner Krimis sind bei verschiedenen Verlagen erschienen, die späteren bringst du im Eigenverlag heraus. Das sieht so aus, als hättest du mit den Verlagen nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. Oder täusche ich mich da?

Ja, da liegst du völlig richtig mit deiner Einschätzung. Die ersten Bände sind bei Book-on-Demand-Verlagen erschienen zu einer Zeit, in der man viel Geld in die Hand nehmen musste, um Bücher zu einem erschwinglichen Preis anbieten zu können. Das ging nur über eine größere Auflage, die man vorfinanzieren musste. Als sich später durch Amazon CreateSpace die Möglichkeit bot, zu günstigeren Bedingungen selbst zu veröffentlichen, habe ich davon Gebrauch gemacht und bisher nicht bereut.

Neben den Jugendkrimis hast du auch ein Buch mit Sprüchen und Gedichten und eines mit einer neu bearbeiteten Sage herausgebracht. Brauchtest du etwas Abwechslung zu den Krimis?

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Die Dichtkunst hat mich immer schon in den Bann gezogen. Bereits in der Schule habe ich Gedichte auswendig gelernt und mich auch selbst daran versucht. Im Anfang in der Schülerzeitung und später bei Hochzeiten und Geburtstagen. Dass es zu einem Gedichtband gekommen ist, hat sich bei der Vermarktung meiner Bücher ergeben. Mir widerstrebte es, bei meinem Internetauftritt zu viel Persönliches preiszugeben. Deshalb habe ich Vierzeiler und kleine Gedichte gepostet. Mit der Zeit ist das so viel geworden, dass sich eine Buchveröffentlichung aufdrängte, zumal meine ›Dichtkunst‹ durchaus auf Wohlwollen stieß. Ich wollte damit einen größeren Leserkreis ansprechen. Das ist mir, glaube ich, auch gelungen.

Die meisten deiner Bücher sind illustriert. Arbeitest du mit einem festen Illustrator bzw. einer Illustratorin zusammen?

Nein, ich habe die ersten fünf Bücher meiner Detektivbuchreihe selbst illustriert, wie ich auch die Buchcover selbst gestaltete, was übrigens auch heute noch der Fall ist. Die Malerei ist ja mein zweites Hobby. Und ihre Umsetzung in einem Buch hat mich gereizt. Außerdem ist die Beauftragung eines Fremd-Illustrators eine kostenintensive Sache, die sich nicht immer rechnet. Auch der Druck verteuert sich durch Farbseiten enorm. Das ist einer der Gründe, warum ich inzwischen auf eine Illustrierung verzichte, damit ich die Bücher kostengünstiger anbieten kann.

Ist es für einen Jugendbuch-Autor nicht extrem schwierig, Rezensionen zu erhalten? Ich nehme mal an, dein eigentliches Zielpublikum wird sie nicht schreiben. Höchstens die Eltern.

Ja, das ist ein Problem. Einige Eltern machen sich die Mühe, aber das ist die Ausnahme. Zum Glück gibt es auch erwachsene Leser, die mich unterstützen. Aber es könnten mehr sein.

Schreibst du schon an einem weiteren Buch?

Ich bin gerade dabei, die letzten drei Manuskripte aus der Schublade für die Veröffentlichung fertigzumachen. Das erfordert Zeit, weil ich die Texte vorher intensiv überarbeite. Außerdem stelle ich – ebenfalls nach vorangegangener Überarbeitung – eBooks für die bisher erschienenen Bücher her, soweit das nicht bereits geschehen ist. Gerade habe ich das eBook zum vierten Fall der Reihe mit dem Titel *Das Fürstengrab* veröffentlicht. Genügend Stoff für einen zweiten Gedichtband ist inzwischen auch schon angewachsen. Damit bin ich voll ausgelastet.

Was möchtest du den Leser*innen sonst noch erzählen?

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Ich habe, wie bereits erwähnt, für kleinere Kinder ein Märchen veröffentlicht mit wunderbaren Illustrationen von Susanna Weber – Sepjola. Titel: „Die drei Riesen und die Pfahlbausiedler“. Es ist eine Geschichte, die ebenfalls am Wolfgangsee angesiedelt ist und einer alten Sage neues Leben verleiht. Der einzige Fall übrigens, wo ich probeweise mit einem Illustrator – richtiger einer Illustratorin – zusammengearbeitet habe. Dieses Märchen, bei BoD Norderstedt publiziert, ist auch im Buchhandel zu erwerben.

Vielen Dank für das Interview, Klaus Kurt Löffler. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.

Vielen Dank, liebe Ann-Bettina! Ich bedanke mich auch für die schönen Fragen, die ich hoffentlich zufriedenstellend beantwortet habe. Ich würde mich freuen, wenn einige Leser dieses Interview zum Anlass nehmen würden, meine Homepage zu besuchen. Alle Bücher sind bei Amazon und in meinem Autorenshop zu erwerben.

Auf den Autor bezogene Werbung:
Amazon-Autorenseite: http://t.co/NjjWLkAO
Autorenshop: http://maxundmicha.eu/

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

2 Replies to “Interview mit dem Autor Klaus Kurt Löffler”

  1. Vielen Dank für das Interview, liebe Ann-Bettina. Ein Autor lebt davon, dass er Leser findet. Und dazu ist eine solche Vorstellung eben bestens geeignet. Liebe Grüße Klaus Kurt

    1. Lieber Klaus Kurt,
      gern geschehen. Du hast schließlich Interessantes zu erzählen. Ich denke, das wird vielen Leser*innen gefallen.
      Herzliche Grüße
      Ann-Bettina

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