Home » Rezensionen » Rezension: „Wenn bei Capri …“ von C. Harry Kahn

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Titel: Wenn bei Capri die Sonne blutrot im Meer versinkt
Autor: C. Harry Kahn
Krimi, Taschenbuch, 195 Seiten, auch als eBook erhältlich

Der Autor: C. Harry Kahn hat Literatur studiert und war dann auf vier Kontinenten als Leiter von acht Goethe-Instituten tätig. Im Rahmen seiner Arbeit hatte er zahlreiche Kontakte zu den unterschiedlichsten Menschen, wie beispielsweise Wissenschaftler, Künstlern, Stadtplanern und Schriftsteller. Diese Erfahrungen fließen heute in seine Bücher ein. Er schreibt Krimis, Science-Fiction und Abenteuergeschichten hauptsächlich für jüngere Leser*innen. Ein Interview mit dem Autor könnt ihr hier lesen.

Das Buch: Der Starfotograf John Watson und seine Frau Sally Potter sollen die Fotos für einen Reiseprospekt liefern. Das beworbene spezielle Reiseangebot richtet sich an ältere Reisende, denen der Schlager „Wenn bei Capri …“ aus ihrer Jugend bekannt ist und entsprechende Sehnsüchte nach Sonne, Meer und Dolce Vita hervorruft. Da John noch in einem anderen Projekt beschäftigt ist, reist Sally schon einmal alleine mit Fähre von Neapel nach Capri. Bei der Ankunft im Hafen wehrt sie sich energisch gegen einen jungen Grapscher. Der fühlt sich in seiner Ehre verletzt und sinnt auf Rache. Da er der Sohn eines Mafia-Bosses ist, wird Sally unter Polizeischutz gestellt. Kaum ist John auch auf Capri eingetroffen, werden die beiden in einen Strudel aus Kunstraub, Antiquitätenschmuggel, illegaler Ausgrabungen und geraubten Museumsschätzen hineingezogen. Hauptakteure dabei sind die einheimische Camorra und der „Islamische Staat“.

„Wenn bei Capri …“ Ist ein John Watson und Sally Potter Capri-Krimi und die Fortsetzung der Harry-Trilogie. Der Autor hat in diesen Krimis seine Eindrücke verarbeitet, die er während seines mehrjährigen Aufenthalts in Neapel gesammelt hat.  Man kann dieses Buch aber auch gut lesen, ohne die vorhergehenden Krimis zu kennen.

Der Buchtitel bezieht sich auf den Schlager „Capri-Fischer“ von 1943. Dieser deutsche Schlager wurde ein Welthit und drückte nach dem 2. Weltkrieg, bis in die 60er-Jahre  hinein, die Sehnsucht der Deutschen nach Italien aus.

Die Handlung wird abwechselnd von verschiedenen Personen, hauptsächlich von John und Sally, erzählt. Dabei bekommt die Geschichte immer mal wieder einen neuen Dreh und bleibt so interessant.

Für meinen Geschmack arbeitet der Autor mit zu vielen Klischees. Der Krimi richtet sich wohl eher an Italien-Fans der älteren Generation, für die Italien hauptsächlich aus Sonne, Strand, Mafia und Gallismo besteht.

Aber gerade in Hinblick auf eine etwas ältere Leserschaft ist die gewählte Schriftart und -größe ungeschickt. Bei längerem Lesen ist sie unangenehm und ermüdend.

Wer sich nicht an einer Häufung von Klischee stört, dem bietet „Wenn bei Capri …“ eine leichte, abwechslungsreiche Lektüre. Tierfreunde seien allerdings gewarnt: Es gibt eine sehr unschöne Anspielung auf einen früheren Krimi dieser Reihe, der gerade Hundebesitzer empören dürfte.

Auf den Autor bezogene Werbung:
Homepage des Autors: www.c-harry-kahn.net
Der Schlager „Capri-Fischer“: https://www.youtube.com/watch?v=TVra9eyXPVE

About

Schon in frühester Jugend war ich eine notorische Leseratte und das ist auch so geblieben. Ein Bücherblog war da nur die logische Konsequenz :-) Ich habe es aber nicht beim Lesen belassen, sondern schreibe auch selber. Bisher sind einige Kurzgeschichten von mir erschienen. Da ich davon alleine aber nicht leben kann, schreibe ich auch Texte für Andere. Das Spektrum reicht von Content für Webseiten über Texte für Flyer bis zu Broschüren und Handbüchern. Außerdem arbeite ich als Lektorin und übersetze ich aus dem Englischen ins Deutsche. Wenn du also einen Text, ein Lektorat oder eine Übersetzung brauchst, nimm mit mir Kontakt auf: mail@abs-textandmore.com

3 Replies to “Rezension: „Wenn bei Capri …“ von C. Harry Kahn”

  1. Hallo Ann-Bettina,
    vielen Dank für deine Rezension von „Capri“, auch wenn sie kritischer ausgefallen ist, als ich mir erhofft hatte. Die Klischees sind da, zugegeben, auch wenn sie für mein Gefühl (natürlich) in die Geschichte gehören, Lokalkolorit. Ganz Capri ist schließlich ein Klischee. Deine Bemerkung zum Schriftsatz ist sehr hilfreich, ich werde wohl wieder zu Serif-Schriften zurückkehren.
    Darf ich deinen Text auf meine Website übernehmen? Das wäre einmal ein guter Kontrast zu den anderen Stimmen.
    Schöne Grüße — und Frohe Ostern! — Harry

    1. Hallo Harry,
      ich hatte dir direkt nach der Veröffentlichung der Rezension eine Mail geschickt. Die war aber zurückgekommen, weil die Mail-Adresse angeblich nicht mehr benutzt wird.
      Den Text kannst du nicht übernehmen – Urheberrecht sollte dir ja eigentlich ein Begriff sein 🙂 Du kannst aber wohl aber einen Link darauf setzen und vielleicht ein oder zwei Sätze als „Appetithappen“ 🙂

      Dir auch ein schönes Osterfest
      Ann-Bettina

      1. Hallo Ann-Bettina, Die Mail ist pünktlich angekommen, keine Ahnung, warum sie auch zurückgesprungen ist. Natürlich ist klar, dass ich deinen Text nicht einfach übernehmen kann. Deswegen habe ich ja gefragt. Ein Link tut es auch, aber es mag sich halt nicht ein jeder weiterklicken.
        Schöne Grüße aus Kanada — Harry

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